22. April 2012

Preisträger Filmfest Dresden - Hohe Qualität der deutschen Produktionen

Drei regionale Preisträger 2012
Preisträger Filmfest Dresden - Hohe Qualität der deutschen Produktionen
Das diesjährige Filmfest ging am Sonntag vermutlich mit einem neuen Zuschauerrekord zu Ende. Schauburg und Thalia schienen manchmal aus ihren Nähten zu platzen. Bereits am Samstagabend, dem 21. April wurden die neun Goldenen Reiter und fünf weitere Preise vergeben. Eine schöne Besonderheit in diesem Jahr, insgesamt gingen drei Preise an regionale Filme, darunter an »Das Haus« (Foto). Die Preisverleihung und die anschließende Filmfest-Party fanden im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden statt. Die diesjährigen Wettbewerbe waren etwas zwiespältig. Während im Nationalen Wettbewerb die hohe Qualität der Filme beeindruckte, darunter auch sieben Filme aus unserer Region, wirkte der Internationale Wettbewerb nicht so überzeugend. Das Sonderprogramm mit zahlreichen spannenden Reihe rundete das Programm ab. Alle Preisträger im Überblick: Internationaler Wettbewerb Goldener Reiter Animationsfilm (7.500 Euro), »L´oiseau cachalot« Regie:  Sophie Roze (Frankreich 2010) Jurybegründung: Ein berührender Film über eine Freundschaft in der Fantasiewelt eines Kindes - erzählt in wunderschöner, einfacher, handgemachter Gestaltung und Animation - der mit seinem ganz eigenen Humor alle Generationen erreicht. Goldener Reiter Kurzspielfilm (7.500 Euro) »After Death« Regie: Ari Gaitelband (Israel 2011) Jurybegründung: Dass Wesentliches nicht ausgesprochen, sondern dem Zuschauer zur Interpretation überlassen wird, macht die Geschichte dieses außergewöhnlichen Films so fesselnd, überzeugend und zutiefst ergreifend. Lobende Erwähnung: »Jutro mnie tu nie bedzie« (I won´t be here tomorrow) Regie: Julia Kolberger (Polen 2010) »Keha mälu« (Body Memory) Regie: Ülo Pikkov (Estland 2011) Goldener Reiter des Publikums (3.000 Euro) »A morning stroll« Regie: Kaye Lavender (Großbritannien 2011) Goldener Reiter der Jugendjury (2.000 Euro) »Opowiesci z chlodni« (Frozen Stories, Polen 2011) Regie: Grzegorz Jaroszuk Lobende Erwähnung: »Kuhina« (Swarming) Regie: Joni Männistö (Finnland 2011) Nationaler Wettbewerb Goldener Reiter Animationsfilm (3.000 Euro) »Das Haus« Regie: David Buob (Deutschland 2011) Jurybegründung: Leichtfüßig werden wir in eine Traumwelt entführt, in welcher Erzählung und Charaktere geschickt miteinander verflochten sind. Die Freiheit des Mediums Animation wird hervorragend genutzt, um eine Handlung voller Überraschungen voranzutreiben. Im ständigen Spiel mit der Wahrnehmung des Betrachters erzählt sich die Geschichte wie von selbst und lässt gleichzeitig genug Raum für die ganz eigene Interpretation. Goldener Reiter Kurzspielfilm (3.000 Euro) »Atropos« Regie: Philipp J. Neumann (Deutschland 2010) Jurybegründung: Am Anfang steht ein Ende. Ein unfassbares, unwiederbringliches. Intensiv, sachlich, durch fehlende Schnitte fast schmerzhaft genau, aber nie respektlos verfolgt die Kamera einen Menschen, der nach und vor allem mit diesem Ende weiterleben muss. Mutig wird ein Tabu thematisiert, das schon oft Motiv, aber selten Thema war. Zurück bleiben ein Riss in der Wand, ein Loch im Fenster, und eine klaffende Lücke im Herzen. Lobende Erwähnung: »Synkope«   Regie: Nora Fingscheidt (Deutschland 2010) Filmförderpreis der Kunstministerin (20.000 Euro) »Nagel zum Sarg« Regie: Philipp Döring (Deutschland 2011) Jurybegründung: Eine unerhörte Begebenheit, die erzählt werden will und deren dramatische Notwendigkeit eben darin besteht, erzählt werden zu müssen. Auf den ersten Blick ein scheinbar einfacher Film, der seine Relevanz sich aber erst verdient durch richtige Entscheidungen, die er trifft: die Wahl des Stoffes, die Inszenierung der Darsteller, die Konsequenz des Entwurfs, der die Grenzen des Mediums berührt und damit über das Erzählen im Film reflektiert. Goldener Reiter der Jugendjury National (2.000 Euro) »Long Distance Call« Regie: Grzegorz Muskala (Deutschland 2011) Lobende Erwähnung: »The Centrifuge Brain Project« Regie: Till Nowak (Deutschland 2011) Goldener Reiter des Publikums (3.000 Euro) Mickey Nedimovic Regie: »Dva« (Deutschland 2012) Goldener Reiter KlangMusikPreis National/International (3.000 Euro) »Suur Maja« (Big House) Regie: Kristjan Holm (Estland 2011) Lobende Erwähnung:   »Keha mälu« (Body Memory) Regie: Ülo Pikkov (Estland 2011) ARTE Kurzfilmpreis National/International (6.000 Euro) »A quoi tu joues« (»Another Game», Schweiz 2011) Regie: Jean Guillaume Sonnier) Mitteldeutsche Filmnacht - Publikumspreis (250 Euro »Ich-Apparat« Regie: Susan Kreher, Mandy Blaurock

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