22. Juni 2017

»Wonder Woman« - Warum Alice Schwarzer die besser Wahl gewesen wäre

Was ist nur bei DC los?
»Wonder Woman« - Warum Alice Schwarzer die besser Wahl gewesen wäre

Was ist nur bei DC los? Warum schaffen sie es nicht, EINEN guten Film aus ihrer Comicwelt zu erschaffen? Seit dem ganz passablen, aber am Ende viel zu langen »Superman - Man of Steel«, ging es kontinuierlich bergab. Dem unsinnigen "Batman spielt mit Superman“ Gedöns folgte das leblose, weichgespülte »Suicide Squad« Ensemble. Doch nun kam SIE, die alles retten sollte. „Endlich ein starker Frauencharakter“, flöteten die Feuilletonisten, „Endlich eine zum liebhaben", frohlockten die Feministinnen und Feministen und natürlich auch die FeministX. Und in all dem Jubel, der Euphorie und dem Rausch der Vorschaubilder, in denen die liebliche Gal Gadot, Männer und Frauenherzen eroberte, war man sich 110 Prozent sicher: „Das wird ein suuuuper Film.“


Das allerdings ist und war ein gewaltiger Irrtum, auch wenn Fans und Filmfreunde weltweit weiterhin herumjubeln. Denn aus dem kraftvollen Stoff der Inselamazonen, der Begegnung mit der grausamen „echten“ Welt, der ungewohnten Beziehung zwischen Mann und Frau, wurde ein zahnloses, endlos zähes und überlanges Märchenfilmchen, vollkommen frei von Erotik, Ironie und beinahe auch fast ohne Humor. 


„Führe mich zum Krieg!“, fordert Diana, die zukünftige Wonder Woman, und der Zuschauer fordert es mit. Stattdessen muss er über eine Stunde Herumstehen, Herumgucken, Nachdenken, Kopfwiegen und sehr mittelmäßig animerte, digitale Insellandschaften in der Amazonenwelt ertragen. Ein Umstand, der sich dann bis zum Ende fortführt. Wonder Woman inmitten von digitalem Nebel, digitalem Feuer und langweiligen Charakteren. Die Figur des Piloten Steve Trevor (Chris Pine) ist tatsächlich, wie er selbst feststellt „etwas über dem Durchschnitt eines Mannes“ und zwar eines Mannes aus dem Jahr 2017. Höflich, zurückhaltend, humorlos, fast schon scheu. Kein schlimmes Wort aus seinem Munde, keine Anzüglichkeit, keine Persönlichkeit. Er ist eigentlich wie der schwule, vegane Freund, den sich Frauen immer wünschen, um über Gefühle zu sprechen. 


Aus dem Jahr 2009 stammt hingegen ein Trickfilm mit einem ähnlichen Aufbau, wie der aktuelle »Wonder Woman« Film, jedoch erleben wir dort einen humorvollen Streifen, in dem Steves große Klappe für ordentlich Schwung sorgt und Diana durchaus gewitzt und schlagfertig kontern kann. Womit sich leider der letzte Schwachpunkt des Kinofilms offenbart: Diana, alias Gal Gadot. Nicht nur ihre Rolle ist kantenlos angelegt, ihr Schauspiel ist es ebenso. Sie ist die größte Kriegerin ihres Clans, doch ihr Gesicht offenbart kaum mehr als 50 Prozent der mimischen Fähigkeiten eines Til Schweiger. (Und die sind schon arg begrenzt - als Hinweis für Nichtkenner). Am Ende ist die starke Powerfrau doch nur ein zartes Lämmchen und wieder wurde viel Geld und (meine) Lebenszeit im Kino verschwendet.


PS: Wer jetzt losmault: Ja, wie hätte es denn besser aussehen können??!  ...  Der möge ich einfach nochmal »Captain America: The First Avenger« ansehen.


Pinselbube

http://wonderwomanfilm.net