Capote

Drama, USA 2005, 114 min

In den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts begann der 25-jährige Schriftsteller Truman Capote sich an literarischen Experimenten wie Drehbüchern, Musicals und Reisebeschreibungen zu versuchen. Dann wird aus dem vieldiskutierten Ausnahmeschreiber der landesweit bekannte Superstar. Der kommerzielle Erfolg von »Breakfast at Tiffany's« spült ihn ganz nach oben. Capote, der sich Lesen und Schreiben mit acht Jahren selbst beigebracht hatte, ist endlich angekommen. Doch eine neue Welle soll ihn noch höher hinauftragen. Was eben noch aussah wie die normale Tagesrecherche für den New Yorker, wird den Ausnahmeliteraten für sechs Jahre an die Schreibmaschine fesseln. In Kansas wurde eine vierköpfige Familie im eigenen Haus regelrecht hingerichtet. Von New York aus betrachtet, klingt das ziemlich kaltblütig. Capote reist umgehend nach Kansas, wo er eine Reportage über die ermordete Familie verfassen will. Während seiner Recherchen werden die beiden Täter geschnappt. Aus dem anfänglichen Interesse entwickelt sich eine wahre Obsession. Capote beschließt mit einem Roman über die wahren Ereignisse großartig Literaturgeschichte zu schreiben und unsterblich zu werden. Die Recherchearbeit beschäftigte ihn über sechs Jahre. Bis er am Ende mit den beiden verurteilten Mördern unter dem Galgen steht. „Wenn ich sie hier verlasse, ohne es verstanden zu haben, wird die ganze Welt sie für ein Monster halten…“ Das Buch wurde 1966 zum Bestseller und löste eine Medienlawine aus. Capote lieferte durch seine detaillierte Beschreibung der Lebensläufe zweier Mörder einen zumindest nachvollziehbaren Hintergrund für eine anfangs völlig unbegreifliche Tat. Und schuf mit »In Cold Blood« einen der ersten dokumentarischen Romane. Sein Erfolg gipfelt im legendären »Black & White Ball«, zu dem die 500 berühmtesten Persönlichkeiten des Abendlandes eingeladen wurden. Doch an dieser Stelle hat der Film den brilliant agierenden Philip Seymour Hoffman bereits wieder verlassen, ohne das Phänomen Capote vollkommen erklärt oder verstanden zu haben. Es geht die Sage, dass einige seiner Zeitgenossen Truman Capote für ein Monster hielten.
C. Fredo

Buch: Dan Futterman, Gerald Clarke

Regie: Bennett Miller

Darsteller: Philip Seymour Hoffman, Catherine Keener, Clifton Collins jr., Chris Cooper, Bruce Greenwood, Bob Balaban, Mark Pellegrino, Amy Ryan

Kamera: Adam Kimmel

Musik: Mychael Danna

Bundesstart: 02.03.2006

Start in Dresden: 02.03.2006

FSK: ab 12 Jahren