Crank 2: High Voltage

Action, USA 2009, 90 min

Liebe AC/DC Fans, leider handelt es sich bei dem hier vorliegenden Film nicht um einen Hardrockfilm mit dem verblichenen Bon Scott, sondern um die gepflegte Fortsetzung des Da-hängt-die-Lippe-Films »Crank« mit dem großartigen Hau-auf-die-Zahnleiste Jason Statham.
Der Crank-Gucker wird sich erinnern, Chev Chelios, seines Zeichens Profikiller, hat seinen Arbeitsplatz geräumt und seinen letzten Widersacher während des Sturzes aus einem Hubschrauber entleibt bevor dieser am Boden ankam. Hernach krachte Chev auf einen Personenkraftwagen und wurde auf die Straße katapultiert. Doch noch kurz vor dem Abspann blinzelte er schon wieder und sein Herz bumpert gemütlich vor sich hin. Nun in Teil 2 angekommen, wacht er in einem klinikinesken Zimmer auf, um not amused festzustellen, dass sein vom Herrgott zugewiesenes gemütlich bumperndes Herz unfreundlicher weise gegen ein künstliches ausgetauscht wurde. Verantwortlicher dieser Sauerei ist ein gewisser Johnny Vang, der mit Chevys rustikalem Herz seinem triadösen Oberboss Hu Dong zu neuem kraftvollen Leben verholfen hat. Dass Chevy wenigstens ein Elektroherz verabreicht bekommen hat, ist lediglich dem Umstand geschuldet, dass sein kerniger Körper noch weiter als Pit-Stop-Lager für muntere Organe herhalten soll. Aber nicht mit Mr. Chelios, der sich kurzer Hand vom Klinikbett entkabelt und den betreuenden Chinaherren mal ordentlich das Schlitzauge lang zieht. Auf der fulminanten körpersafthaltigen Jagd nach seinem Stammherzen verliert er nur blöderweise den Akku für seine Hilfspumpe. Da wird nun alles genommen, was irgendwie mit Elektrizität zu tun hat, und wenn es das ein paar wenig Völtchen bringende elektrostatische Schubbern an einer Rentnerin ist. Ansonsten sind Starthilfen mit Plus an Brust und Masse an Zunge ein ordentlicher Garant für hochenergetisches Weiterkommen. Auch mal den feuchten Finger in den Zigarettenanzünder appliziert ist eine durchaus fortschrittliche Idee. Einfach köstlich, und genau das ist es, was diesen Film von anderen Haudrauffilmen unterscheidet: Die Hohe Portion comicartigen Humors, die jegliche Gewalt derartig überzeichnet, dass ich mich vor Vergnügen im Kinosessel hin-und herrollen möchte. Da hau ich mich weg, da park ich mich ein. Trotzdem würde ich »Crank 2 High Voltage« eine undemokratische FSK 30 verpassen, da offensichtlich immer mehr Erziehungsberechtigte nicht mehr in der Lage sind, ihren Sprösslingen ein gesundes Weltbild zu vermitteln, welches die richtige Einordnung genau solcher Filme zur Folge hat, deshalb ist es im temporär sozialdiagnostischen Sinne unverzichtbar auf eine implantäre…
…Sorry, Ray van Zeschau