Transporter 3

Action, Frankreich 2008, 104 min

Eine der seltenen Ausnahmen, in der filmisches Wiederkäuen funktioniert und man sich mit Spannung dem Nachgang entgegen freut. Jason Statham als Frank Martin ist wahrscheinlich eh der sexiest Man mit natürlichem Badekappenansatz alive. Das ist schon kein Waschbrettbauch mehr, sondern tendiert eher Richtung Sprossenwand. Dass sich die Transporterfolgen in die korrekte Richtung bewegen, zeigt schon, dass Frank keine Weißwurschtschleuder mehr fährt sondern einen Audi. Eine deutsche KFZ-Marke, die als einzige nicht in die Finanzbredouille geraten ist, sondern munter schwarze Ziffern schreibt. Wie alle Aktionshelden hat auch Frank seine Beschäftigung, in diesem Falle an den französischen Nagel der Riviera gehängt. Aber wer will schon einem Waschbrett-bauch beim Verfetten zuschauen? Also kracht pünktlich der Kraftwagen seines alten Kumpels Malcolm in Franks Salle de Séjour (Wohnzimmer) und unterbricht sein tristes Anglerdasein. Ich vergaß, besagter Kumpel saß natürlich mit im KFZ. Das Automobil eines Freundes in den heimischen vier Wänden verweist indes auf nichts Gutes. Frank muss unbedingt einem hübschen Ding namens Valentina, welche die Tochter des ukrainischen Umweltministers Leonid Vasilev (Jeroen Krabbe) ist, aus der Patsche helfen, da diese von kriminellen Umweltlümmeln entführt wurde, um den Herrn Minister zu erpressen, dass dieser ein Papier unterschreibt, welches für die Entsorgungsfirma EcoCorp Gewinne in Millionenhöhe garantiert aber der ukrainischen Umwelt auch dementsprechendes Ungemach beschert. Aber, ha ha!! Keiner hat die Rechnung mit Vladimir Klitschko gemacht… hä? Was? Wie? Vladimir??? Nee Quatsch, kleiner Scherz am Rande. Vladimir verspeist ruhig seine Milchschnitte, während Frank allen zeigt, wo der Hammer und das Lenkrad hängen. Zur Klärung des Sachverhaltes wird ordentlich von Marseille über Budapest bis Odessa gebraust, was bei den Benzinpreisen auch keine Bauchschmerzen bereitet. Herrliches Actiongedöns, was sich selber nicht zu ernst nimmt und in all seiner perfekten Gewalt- und Kampfästhetik immer ein köstliches Augenzwinkern bereithält. Einziger Wermutstropfen wieder mal, diese hochdämliche Russischdialektwessiesynchronisation, wo man immer den Eindruck gewinnt, in Deutschland gibt es nur ein und denselben untalentierten Dialektnachahmungskasper. Man man man, da lachen ja selbst meine russischen Freunde und Spätmigranten, oder wie das auf neudeutsch heißt. Da bleibt mir nur noch das Gedicht eines georgischen Bekannten zu zitieren: Zjum wouhl Otto Grjotewohll!
Ray van Zeschau