Hancock

Action/Drama, USA 2008, 92 min

Es gibt Helden… es gibt Superhelden… und dann gibt es noch Herbie Hancock sowie der sich auf den Film beziehende John Hancock (Will Smith), der aber nichts mit dem in 66877 Ramstein-Miesenbach wohnenden und unter der Telefonnummer 06371 40 34 14 zu erreichenden Hancock zu tun hat. Johnny Hancock ist so etwas Ähnliches wie der hier im Heft erwähnte Hulk. Bei Hancock geht aber eher aus Unüberlegt- und Trunkenheit US-amerikanisches Volks- und Staatseigentum zu Bruch. Aber Hancock verfügt eben auch noch über Superkräfte, was das Ausmaß der zurückgelassenen Schäden beträchtlich steigert. Zu allem Überdruss ist Hancock auch noch super faul und unfreundlich. Wie jeder Sonderheld ist aber auch er im tiefsten Inneren eigentlich ein netter Zeitgenosse und immer zur Stelle, wenn das Böse mal außer Rand und Band gerät. Doof nur, dass neben der Rettung von Menschenleben die Kollateralschäden proportional hoch sind. Nun sollten bei der Erhaltung von Menschenleben materielle Schäden getrost in Kauf genommen werden. Was allerdings Hancock hinterlässt, überschreitet das, was Dirty Harry in den 70ern angerichtet hat. Das findet auch der gemeine Bürger von Los Angeles nicht mehr lustig und das Maß ist endgültig voll, was wiederum auf dem Münchner Oktoberfest ein wünschenswerter Zustand wäre. Ist der Ruf einmal ruiniert, randaliert es sich nun gar ungeniert, ist es doch nicht wirklich das, was Hancock möchte. Als er eines schönen Tages das Leben des PR-Experten Ray Embrey (Jason Bateman) rettet, scheint Hilfe in Form einer aufmöbelnden Imagekampagne in Sicht und Hancock erkennt, dass er eine wahre Berufung im Leben hat. Blöd nur, dass er sich gleich in Ray´s schmucke Frau Mary (Charlize Theron) verknallen musste. Zu allem Überfluss stellt sich dann noch heraus, dass Mary ebenfalls über Superkräfte verfügt. Was dann passiert, ist so dermaßen, und wir wissen ja, wenn Frauen mal so richtig …na Sie wissen schon. Der gar prächtige Tätigkeitskomödienknüller von Regisseur Peter Berg (Operation: Kingdom), der weder mit Alban noch Andrea Berg verwandt oder verschwägert ist, bürstet hier das seit ein paar Jahren gewachsene und so beliebte Superheldenfilmgenre kräftig von ganz weit hinten nach vorn…
…und zur Seite ran, töp! wie mein Tanzlehrer Herr Nebel zu sagen pflegte. Ihr Wilfried Schmidt