Der Goldene Kompass

Fantasy, USA/Großbritannien 2007, 113 min

Erinnern Sie sich noch an »Invasion«? In eben diesem gaben sich Nicole Kidman und Daniel Craig bereits die Ehre. Trotz dieser starken Besetzung war der Film dann doch eher mau und auch wenig erfolgreich. Anders als dieser Film! »Der Goldene Kompass« ist ein Filmereignis, auf das man sich freuen darf. Natürlich gibt es wieder massig Special Effects, aber im Unterschied zu den meisten Fantasy Steifen spielt diese Produktion nicht in einem mittelalterlichen Land far far away, sondern in Oxford (wenn auch in einem parallelen Universum). Dort lebt das Waisenkind Lyra Belacqua (Dakota Blue Richards) bei ihrem Onkel Lord Asriel (Daniel Craig) am Jordan College, an welchem man sich ausführlich mit experimenteller Theologie auseinander setzt. Eines Tages belauscht Lyra einen Vortrag, bei dem es um ein kleines Teilchen namens „Dust“ zu gehen scheint, welches die Kraft haben soll, verschiedene Welten zu verbinden. Freilich wird allein die Idee von Fanatikern als Ketzerei an der Obrigkeit angesehen, Asriels Forschungen aber werden vom College weiter finanziert. Als sich die Angelegenheit zuspitzt, wird auch Lyra mit Problemen konfrontiert…
Wen eine fantastische Besetzung, fantastische Bilder und eine interessante Story nicht interessieren, den dürfte zumindest die Entstehungsgeschichte hellhörig machen. Die Vorlage zum Film entstammt der Feder des britischen Schriftstellers Philip Pullman. Ihn störte die allgegenwärtige christliche Weltanschauung in C.S. Lewis’ Fantasy-Reihe »Die Chroniken von Narnia« mindestens genau so wie die unterirdisch schlechte Filmadaption die meisten Zuschauer. Deshalb schrieb er mit seiner eigenen Trilogie „His Dark Materials“ ein Gegenstück, das Religion weit kontroverser darstellt. Aus diesem Grund wird die Reihe auch oftmals als „anti-christlich“ bezeichnet. Mir soll’s egal sein, ich weiß jedenfalls definitiv, was ich mir am 6. Dezember anschauen werde.
José Bäßler