Hot Rod - Mit Vollgas durch die Hölle

Komödie/Action, USA 2007, 88 min

Wer, vor allem der zugereiste Westler, erinnert sich nicht gern an Evel Knievel, den wohl berühmtesten Motorradstuntfahrer der 70er, der so ziemlich alles übersprang, was ihm vor die Zweiradkarre kam. Die bekanntesten Aktionen war da die Überspringung von 15 Schulbussen oder die von 50 US-Kraftfahrzeugen. Den spektakulärsten von ihm geplanten Supermegawahnsinnsstunt sollte jedoch erst sein Sohn Robbie vollenden, der Sprung mit dem Motorrad über den Grand Canyon. Überaus lose an den sportiven Lebensunterhalt von Herrn Knievel anknüpfend, behandelt der hier vorliegende Film den Lebensabschnitt des Freizeit-Kaskadeurs Rod Kimble (Andy Samberg), der seine überaus genickbrecherischen Aktionen mit einem Tret-Mofa zu absolvieren pflegt, wobei das Verb absolvieren auf Grund seiner kläglichen Erfolgsquote zu übertrieben scheint. Obwohl Rod ein liebenswerter Zeitgenosse ist, bleibt ihm gerade deshalb der Respekt seines ebenfalls stuntenden Stiefvaters Frank verwehrt. Als Frank sich eines Tages bei einem Sprung lebensgefährlich verletzt, ist es an ihm, seinem eigentlich verhassten Stiefvater zu helfen, der unbedingt eine lebensrettende aber natürlich sehr dollarintensive Operation benötigt. Was liegt da wohl näher als einen Evel-Knievel-likemäßigen Sprung über, richtig, 15 Busse zu planen und damit die nötigen Boleros sowie den Respekt seines Stiefvaters einzufahren. Ach ja, gleichzeitig ist da auch noch die schmucke Denise, die es aus den schmierigen Griffeln ihres schnippeltanzenden Freundes zu kaskadieren gilt. „Hot Rod“ ist keineswegs ein Aktionfilm in der Tradition wie der des zu DDR-Zeiten gezeigten US-Filmes „Stunt“, der das menschenverachtende Berufsbild des Kaskadeurs in den USA entlarven sollte, sondern vielmehr ein die Story unterstützendes Mittel zum Zweck, um einen rülpsheiteren Sack der Schadenfreude über dem Haupte des Kinobesuchers zu entleeren. „Flashdance“ meets „Karate Kid“ eingebettet in abstrusesten Jackasshumor und dem förderhin alle Ohren beleidigenden „ Final Countdown“ der schwedischen Metallheuler „Europe“.

P.S. Im Übrigen trägt der bekannte Dresdner Frisör Knievel den gleichen Namen, nachdem er 1996 bei einer Pariser Friseurmesse die Irokesen von 15 Punkern mit einem original Hattori-Hanzon-Samuraischwert mit einem einzigen Hieb begradigte.
Ray van Zeschau