Black Book

Drama, Niederlande/Deutschland/Großbritannien 2006, 154 min

Das Team aus Drehbuchautor Gerard Soeteman und Regisseur Paul Verhoeven hat über zwanzig Jahre an ihrem Projekt »Black Book« gearbeitet. Jetzt endlich, sagen sie, ist ihr Film fertiggestellt und der actionreiche Thriller kann in die Kinos entlassen werden. Erzählt wird die Geschichte der Jüdin Rachel Stein (Carice van Houten). Während des 2. Weltkrieges hatte sich die junge Sängerin versteckt. Aber gegen Ende des Krieges wird ihre Unterkunft von einer Bombe getroffen und zerstört. Ihr bleibt nichts anderes, als sich in den bereits befreiten Teil der Niederlande abzusetzen. Aber ihr Boot wird von einer deutschen Patrouille angegriffen und alle Flüchtlinge bis auf Rachel werden erschossen. Nun hat sie fast keine Chance mehr. Sie nimmt die Identität einer anderen Frau an und schließt sich einer Widerstandsguppe an. Als Ellie de Vries macht sie die Bekanntschaft eines deutschen Offiziers (Sebastian Koch) und die Partisanen beschließen, dieses Verhältnis ausznutzen, um eine Gruppe Gefangener zu befreien. Aber dieser feingesponnene Plan scheitert auf fatale Weise, und auf einmal geben sowohl die Holländer als auch die Deutschen der jungen Frau die Schuld an dem tödlichen Debakel. Wieder muss Rachel abtauchen, aber ihr bleibt bald kaum noch eine Möglichkeit zur Flucht. Auch der Wehrmachtsoffizier Mütze wird nun von seinen eigenen Leuten gejagt. Gemeinsam wollen sie das Ende des Krieges abwarten. Als dieser endlich vorbei ist, gelingt es ihnen auch, den Verräter ihrer Pläne zu entlarven. Aber es nützt ihnen nicht viel, denn gemäß der irren Logik des Krieges ist jeder auch irgendwie schuldig, der noch einmal davongekommen ist.
Paul Verhoeven meldet sich mit seiner Gemeinschaftsproduktion äußerst eindrucksvoll auf dem europäischen Markt zurück. Er hat 80 Tage lang in Potsdam-Babelsberg gedreht, und sein Film wurde als niederländischer Beitrag für den OSCAR nominiert. Darüber ist er nicht besonders glücklich. Er sieht seine großartige Arbeit vielmehr in der Tradition des ganz großen europäischen Filmes überhaupt, und da hat er wohl Recht, denn wir haben selten die Gelegenheit, einen so eindrucksvollen Film zu sehen.