Klang der Stille

Drama, USA/Deutschland 2006, 105 min

Mit »Klang der Stille« kommt ein Drama in die Kinos, das das letzte Jahr im Leben Beethovens zeigt, als er schon nichts mehr hören konnte. Eine Situation, die insbesondere für Musiker sehr tragisch ist.
Die Studentin Anna Holtz (Diane Kruger) kommt 1824 in Wien an und sucht eine Anstellung. Sie bemüht sich darum, bei dem fast gehörlosen Komponisten (Ed Harris) die achtlos dahin geschmierten Noten sauber auf Notenpapier kopieren zu dürfen. Der Verleger warnt sie vor dieser Entscheidung, soll doch der neue Arbeitgeber einen grauenhaften Charakter haben. Für Anna steht der Entschluss fest. Sie möchte ihn beeindrucken und schreibt sogar eine eigene Version eines Teiles aus der Symphonie. Beethoven unterstreicht seine energische Ablehnung mit einem zusätzlichen Lachkrampf. Trotz allem findet der Komponist Gefallen an der neuen Schreibkraft und Anna darf bleiben. Mit ihrer Hilfe gelingt es ihm schließlich, die “Neunte” zu vollenden. Für sie bedeutet es allerdings, sich zwischen Künstler und Verlobtem entscheiden zu müssen.
Obwohl »Copying Beethoven« eine fiktive Geschichte ist, hat Ludwig van Beethoven die letzten Jahre seines Lebens in Einsamkeit und Verbitterung verbracht. In dieser Zeit, die auch familiär traumatisch gewesen ist, schrieb er trotz allem Werke von höchster musikalischer Vollendung. Die „Neunte“ beispielsweise gehört bis heute zu den bedeutendsten wie faszinierendsten Symphonien überhaupt. Der dritte Satz enthält den wunderschönen Choral „Freude schöner Götterfunken“ - übrigens die Hymne der Europäischen Union.
Der Film hat ein gemäßigtes Tempo, wobei der Musik viel Raum gegeben wird.
Bettina D. Schneider