Brothers Grimm

Abenteuer/Fantasy, Großbritannien/Tschechische Republik/USA 2005, 118 min

Es waren einmal zwei Brüder mit Namen Jacob Ludwig Carl Grimm und Wilhelm Carl Grimm. Als sie an der Schwelle zum 19. Jahrhundert in Hanau geboren wurden, ahnte noch niemand, dass sie aus einer Faszination heraus für die deutsche Sprache und Kultur sowie Volksglauben und Lebensweisen ihrer Zeitgenossen einmal zu den weltweit bedeutendsten Sammlern und Bewahrern von Märchen, Sagen und Geschichten werden würden.
Was unsere Welt wäre ohne die sieben Zwerge, die Königinnen, Hexen und vor allem ohne all die Prinzen, scheint genauso wenig vorstellbar wie die Tatsache, dass bei all den immer wieder und wieder erzählten Märchen vorher noch keiner auf die Idee gekommen war, einmal die Geschichte der Gebrüder Grimm zu verfilmen.
Doch seien wir gewarnt, denn es schaut so aus, als sei mit Terry Gilliam (vor dessen »Jabberwocky« 1977 bereits die ganze bekannte Ritterwelt zitterte) einer ausgezogen, uns das Fürchten zu lehren. Einer, der mit einer visuellen Kraft ausgestattet ist, wie man sie nur noch selten unter heutigen Filmemachern findet. Und der von einem Ort beseelt ist, welcher märchenhafte Assoziationen geradezu hervorruft. Den legendären Barrandov-Studios in Prag und all jenen mittelalterlich anmutenden Gegenden in der heutigen tschechischen Republik. Da wurde ein Dorf errichtet und aus 700 Bäumen der dazugehörige Märchenwald, um dann - Frei nach den Gebrüdern Grimm - eine märchenhaft klingende Geschichte zu erzählen. Die Brüder Will und Jake ziehen durch Deutschlands Städte und gehen einer Art selbstgemachtem Exorzismus nach. Sie befreien Ort für Ort von vorher sorgsam instruierten und wiewohl gutbezahlten Auftrags-Hexen und Gelegenheits-Unholden. So lässt es sich leben, für Kost, Logis und mitunter auch ein kleines Abenteuer in der sichtbar beeindruckten Frauenwelt. Zwei reitende Prinzen. Als im Marbadener Wald nach und nach immer mehr kleine Mädchen verschwinden, beschließt der Landesfürst, zwei Probleme gleichzeitig aus der Welt zu bringen; er beauftragt die beiden Scharlatane bei üblicher Androhung der Todesstrafe, das Geheimnis der verschwundenen Mädchen zu ergründen. Lösen sie das Rätsel, beruhigt sich das abergläubische Volk. Verschwinden sie wie die Mädchen spurlos im Marbadener Wald, ist man wenigstens zwei unbequeme Aufrührer losgeworden.