Dogtown Boys

Drama, USA/Deutschland 2005, 107 min

Der Film hat vielleicht das Zeug, ein wegweisender Meilenstein in der Jugendkultur zu werden. Die Voraussetzungen dafür sind jedenfalls nicht übel. Denn die »Dogtown Z-Boys« sind niemand Geringeres als die Väter (mittlerweile sind sie wirklich schon so alt) der heutigen Skater-Szene weltweit, ja wenn man der Geschichte glauben darf, die Erfinder dieser Sportart. Bald schon existierten neben den Boards fürs Wasser auch jene für die Straße. Die Jungs wollten an den Strand gelangen, um zu surfen. Was lag näher, als ein Board mit Rollen. Außerdem würde man sich wohltuend von den Rollschuhläufern abheben. Ziemlich cool eigentlich. Doch bis zu dem heißen Sommer 1975 beschränkte sich das Asphalt-Skaten auf ein paar Kurven oder kleinere Sprünge über Bordsteinkanten, nichts wirklich Aufregendes.
Stacy Peralta (hier gespielt und geskatet von John „Elephant“ Robinson) schrieb das Drehbuch zu diesem Film und brachte damit konsequenterweise zu Ende, was er 2001 mit seinem Dok-Film »Dogtown and Z-Boys« begann.
Entscheidend waren drei Dinge. Stacy und seine Freunde Tony Alva (gespielt und geskatet von Viktor “Haven” Rasuk) und Jay Adams (Emile „The Girl Next Door“ Hirsch) hatten das Zeug dazu. In ihnen brannte der Drang, mehr aus dem Asphalt-Skaten zu machen. Das erkannte auch der legendäre Skip Engblom (Heath Ledger) vom Zephir-Surf-Shop, der den Jungs so richtig einheizte. Dann gab es da diese neuen Rollen aus Urethan. Die hafteten auch in der Vertikalen auf nahezu jedem Untergrund. Bloß wusste das noch keiner. Denn der zündende Funke war die Hitzewelle in jenem Sommer vor 30 Jahren. Die Pools in den Grundstücken von Venice/Californien waren leer und die Z-Boys, wie Skip seine Jungs mittlerweile nannte, zogen durch die Gegend. Tony trieb sich da immer herum, um ein paar von den reicheren Töchtern zu beeindrucken. Als Tony und Stacey zum ersten Mal heimlich in einem solchen Pool die Wände hochfuhren, war das gewissermaßen der Urknall für das weltweite Skaterfieber. Der Rest ist Legende. Und ein furioser Film. Sowie eine riesige, unaufhaltsam boomende Industrie. Dass es dreißig Jahre dauerte, bis mit »Dogtown Boys« quasi das »Beat Street« der Skater-Szene gedreht wurde, ist da schon verwunderlich.