Being Julia

Drama/Komödie, Kanada/Großbritannien/Ungarn/USA 2004, 105 min

Wir begeben uns in das Jahr 1938 nach London. Die wunderschöne und schwer umjubelte Theaterschauspielerin Julia Lambert (Annette Bening) befindet sich auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Ihr Gatte, der brillante Impressario und erfolgreiche Theateragent Michael Gosselyn (Jeremy Irons), der sich ebenfalls in Ruhm und Reichtum sonnen darf, hat daran natürlich auch eine erhebliche Aktie. Zuckerwatte, wohin man schaut. Doch der Schein trügt. Hinter der dicken Make-up-Schicht soll niemand das frustrierte Gesicht sehen.
Plötzlich und unerwartet tritt der junge, gutaussehende Tom Fennel (»Shaun Evans«) in ihr Leben. Zwischen den beiden beginnt es heftig zu knistern und das Techtelmechtel wird bald in den Londoner Theaterkreisen massiv betratscht.
Julia geht es wieder prächtig, bis sie erkennt, dass ihr Lover nicht nur eine Affäre mit der jungen Schauspielerin Avice (»Lucy Punch«) hat, sondern Ziel der Übung ist auch noch, sie in Julias nächstem Stück unterzubringen. Starker Tobak, doch Julia zeigt Größe. Auch die Premiere läuft ganz anders als erwartet.
Annette Bening erhielt 1999 für eine der Hauptrollen in »American Beauty« neben Kevin Spacey die Golden Globe- und OSCAR-Nominierung für die beste Schauspielerin.
Regisseur István Szabó (der übrigens den schönen Nachnamen Schneider trägt) hatte bereits 1982 für den grandiosen Film »Mephisto« den OSCAR verdient. In der sinnlich beschwingten 105 min - Komödie wird das Leben als Theater auf subtil-ironische Art und Weise inszeniert - und umgekehrt, sehr amüsant.
Übrigens, wer die Originalfassung von »Der König der Löwen« gesehen hat: Die Stimme des Scar - das war Jeremy Irons.
Bettina Schneider