Moolaadé - Bann der Hoffnung

Drama, Senegal/Frankreich/Burkina Faso/Kamerun/Marokko/Tunesien 2004, 124 min

Es braucht kein Übermaß an Bildung, Kultur oder überliefertes Wissen, um schutzsuchenden, siebenjährigen Kindern Asyl zu gewähren. Ein wenig Mitgefühl und Menschlichkeit reichen hierzu vollkommen aus. Will man dagegen verstehen, wovor die Mädchen in die Moolaadé, in jenes überlieferte Schutzasyl (vergleichbar dem Zick beim Haschen), so angsterfüllt flüchten, braucht es mehr als europäisches Schulwissen. Die vier kleinen Mädchen laufen vor ihrer Salindré weg, ihrer Beschneidung. Sie ist eine tiefverwurzelte Tradition und bedeutet Reinheit, sie hebt die Mädchen in den Stand von Ehefrauen und gestattet den Männern deren Treue und Sexualität zu kontrollieren. Doch noch vor dem “Gipfel der Ehrenhaftigkeit” bedeutet sie für alle Mädchen im Senegal zunächst unvorstellbare Schmerzen, lebenslange Verstümmelungen sowie die Gefahr der Ansteckung mit Aids.
Auf dem Hof von Collé finden die vier Mädchen Schutz, denn im Dorf gilt sie als die fortschrittlichste Frau. Die eigene Tochter hatte sie einst vor deren Salindré bewahrt. Den aufgebrachten Beschneiderinnen weist sie die Tür und hält diese mit einem bunten Bändchen fern, sie verhängt die “Moolaadé”. Die Mädchen sind in Sicherheit, doch angesichts dieser Patt-Situation entbrennen nun rund um Collés Hof die Diskussionen über Traditionen und Sitten sowie deren zunehmenden Verfall. Dabei gewährt der senegalesische Altmeister Ousmane Sembène (mit seinen 83 Jahren ein glühender Verfechter einfachster Menschenrechte) einen Einblick in das Leben und die Kultur eines afrikanischen Dorfes islamischer Religion. Der Imam erklärt die modernen Medien zur Wurzel des Übels, und so landen alle Radios auf einer Art Scheiterhaufen, der fortan vor sich hindudelt, die Beschneiderinnen stacheln den Bruder Collés an, das Aufhebungswort gegen die Moolaadé zu sprechen, während aus Paris der Verlobte von Collés Tochter eintrifft. Doch die bevorstehende Hochzeit könnte platzen, denn Amasatou gilt im Dorf als unrein und darf nach der Überlieferung niemanden heiraten. Collé riskiert das Glück ihrer Tochter.