Snakes on a Plane

Thriller, USA 2006, 105 min

Welcher Art von Phobie würden sie den Vorzug geben? Der Angst vorm Fliegen, vor engen Räumen oder vor Schlangen? Wer schon bei den drei Genannten das Zittern bekommt, sollte nicht auch noch die Angst vor billiger Unterhaltung riskieren. Und das schon gar nicht im Dunkeln. Nicht auszudenken, wenn der Sitznachbar auch noch eine Gummi-Viper mit ins Kino schleppt. Andererseits wächst mit jeder neuen Kinogeneration auch ein neues, naives und schwer zu beeindruckendes Publikum nach. Da spielt es wohl weniger eine Rolle, was der Filmtitel alles ankündigt. Oder warum sich extrem aggressive und selbstverständlich hochgiftige Vipern aus welchen hirnrissigen Gründen an den unwahrscheinlichsten Stellen einer Linienmaschine einnisten. Oder warum die wenigen unausweichlich erschrecklichen Szenen bereits seit Wochen im Internet trainiert werden können. Oh, wie waren wir zu beneiden. Vor der Erfindung des Internets. Als ausnahmslos alle im Kino hochsprangen, da niemand, es sei denn er schlief gerade oder hatte aus verständlichen Gründen die Augen geschlossen, sich dem Fluchtreflex widersetzen konnte. Oder waren die Spinnen von damals einfach besser gecastet? Wie auch immer, es gilt jedenfalls die Ruhe zu bewahren, sich anzuschnallen und den Anweisungen der Stewardessen Folge zu leisten. Insofern sie nicht bereits Opfer all dieser vielen possierlichen Reptilien geworden sind. Versucht doch mal Folgendes; vorausgesetzt ihr seid pünktlich im Kino, versucht doch beim Einchecken Wetten abzuschließen, wer von den Fluggästen am Ende noch dabei sein wird. Vielleicht schafft es ja auch ein besonders pfiffiges Kerlchen, die korrekte Anzahl der blinden Passagiere zu ermitteln…
Und bitte fliegen sie bald wieder mit Anaconda Airlines. Wer weiß, was nach all den Untoten, Reptilien und paranoiden Müttern als nächstes an Bord geht.