Der Beweis - Liebe zwischen Genie und Wahnsinn

Drama, USA 2005, 100 min

Ach, könnte er mir doch seine Liebe beweisen, freudig schlüge mein Herz. Tja, und wenn dem jungen Mathematiker Hal (Na aber Hal-lo, so hieß doch ein berühmter Großrechner?) dieser schlüssigste aller Beweise gelänge, bekäme er auch gleich noch den nobelsten aller Preise, neben der unendlichen Liebe der jungen Catherine. Den Nobelpreis der Liebe. Oder zumindest dürfte er dann mit ihr schlafen, ähm, Mathematiker sind zuerst einmal auch Pragmatiker. Die junge Catherine befindet sich gerade in einer recht unübersichtlichen Lebensphase. Zu viele Unbekannte wuseln durch ihre Gleichungen. Ihr Herr Übervater und Diplom-Mathematiker ist soeben gestorben, einer von Vaters Studenten bringt nicht nur dessen Unterlagen, sondern auch Catherines Gemütsverfassung gehörig durcheinander. Die Verwirrung wird durch die Ankunft von Catherines Schwester aus New York komplettiert. Hal findet in den Tagebüchern des Mathematikprofessors Hinweise auf eine unglaubliche und revolutionäre Entdeckung des Alten. Möglicherweise gewänne er auf dem Umweg über den Nobelpreis der Mathematik das Herz der jungen Frau. Hal muss scharf nachdenken. Kann er ihr glauben, was sie sagt? Catherine behauptet kühn, dass die betreffenden Erkenntnisse von ihr stammen würden.
Auch wenn der Film mitunter den höheren Bildungsweg beim Zuschauer voraussetzt, öffnet er doch wenigstens einige der sieben Siegel, welche das Buch der Liebe gelegentlich verschließen. Wer bei Regisseur John Madden und bei der reichlich verwirrten Muse Gwyneth Paltrow nicht sogleich in Shakespeareschen Hexametern denkt, dem sei eine kleine Nachhilfe angeraten, denn was seinerzeit »Shakespeare in Love« war, kommt jetzt als “Catherine in Verwirrung” daher. Doch eines sei allen angehenden Wissenschaftlern verraten: “Liebe lässt sich nicht beschreiben, genauso wenig wie die Luft, noch der Blumenduft. Und Geheimnisse die bleiben, nur unsere Augen können sie sich einverleiben. Wie der Heilige im Sünder ist das Licht der Bildergründer!” Auf ins Kino - quod erat demonstrandum.