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Inferno

Thriller, USA/Japan/Türkei/Ungarn 2016, 122 min

Upps, jetzt hatte ich doch glatt gedacht, dass man eine Fortsetzung von »Flammendes Inferno« aus dem Jahre 1974 auf den internationalen Filmmarkt geworfen hat, der ja damals sogar in der DDR gezeigt wurde, da er die skrupellose und menschenverachtende Geldgier von Kapitalisten in der Baubranche anprangerte. Nein, hier handelt es sich um eine weitere spannende Verfilmung eines mystisch klerikalösen Rätselromans von Dan Brown, dessen beide Vorgänger »The Da Vinci Code - Sakrileg« und »Illuminati« mit unser aller Tom Hanks in der Rolle des Harvardprofessors, Symbologen und Kunstgeschichtlers Robert Langdon bereits gehörig Erfolge feierte. Natürlich befinden wir uns wieder einmal in Bella Italia und Langdon erwacht verwundert verwundet in einem Klinikum im schönen Florenz (Toscana) und kann sich nicht im Geringsten erklären, wie er da wohl hingeraten ist und was er die letzten Tage überhaupt so getrieben hat. Als ihm das medizinische Personal offenbart, dass er angeschossen wurde, bleibt ihm nicht viel Zeit, über das Warum/Weswegen und auch Weshalb zu sinnieren, da bereits - und im Film muss das ja alles ein bisschen Zack Zack gehen -, eine vollkommen unbekannte Person weiblichen Geschlechts ihm nach Leib und Leben trachtet. Selbstverständlich kann sich Langdon wie immer geradeso, diesmal mit Hilfe der jungen Ärztin Dr. Sienna Brooks (Felicity Jones) retten, auch in der Hoffnung, durch sie seine verloren gegangenen Erinnerungen auf seiner persönlichen Festplatte wieder zu finden. Nicht von ganz Ungefähr entdeckt er in einer bis dato ihm unbekannten Tasche seiner Joppe eine Abbildung des Sandro Botticelli-Gemäldes Mappa dell’Inferno, das im Prinzip die trichterförmig ins Erdinnere führenden Höllenkreise darstellt, wie sie einst Dante Alighieri in seiner Göttlichen Komödie beschrieb. Doch das Bild aus der Jacke unterscheidet sich etwas vom Original und weist, wie könnte es anders sein, auf weitere Fragmente eines teuflischen Puzzles mit Plan hin. Aber offensichtlich ist nur er in der Lage, die Einzelteile zu einem Ganzen zusammenzufügen, um zu erkennen, dass wieder einmal die Menschheit so dermaßen in Gefahr ist… Offensichtlich scheint wohl auch dies der Grund seines abermaligen Italienaufenthaltes zu sein. Mit Frau Doktor begibt er sich auf die Suche nach weiteren Codes, Hinweisen und hast Du nicht gesehen, die sie über die Uffizien von Florenz, den Vecchio Palast und zu Dantes Totenmaske bis nach Istanbul führt und sie schlussendlich auf den wahnsinnigen Schweizer Biochemiker und Milliardär Bertrand Zobrist stoßen lassen. Dieser hat sich zur Aufgabe gemacht, durch ein selbstentwickeltes Virus die Menschheit auf die Hälfte zu reduzieren, da anderenfalls die Spezies Mensch an einer katastrophalen Überbevölkerung zu Grunde gehen wird, wie er meint. Gemeinsam hetzen Langdon und Brooks wie einst Nick Tschiller craftmäßig durch ganz Europa, um den gottesanmaßenden Plan und die Freisetzung des Virus zu verhindern. Danken wird also Christian Alvart und vor allem Til Schweiger für diese unglaublich filmgeschichtlich hocheinzustufende Filmidee, ohne die Ron Howard wohl ziemlich bedröppelt aus der Wäsche geguggt hätte. Halleluja