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Mad Max: Fury Road

Action/Abenteuer, Australien/USA 2015, 121 min

Das muss ich jetzt aber hier mal an dieser Stelle loswerden. Das ist schon ne Frechheit und grenzt bereits an irgendetwas Schlimmes! Da lockt Herr Krabbe mich mit Mad Max hinter der frühlingshaft gedimmten Zentralheizung vor, aber im gedungenen Strafbereich der Heimtücke verschweigend, dass die Wiederbeatmung von Mad Max vollkommen ohne Mel Gibson über die Leinwand prasselt. Das ist der Moment, wo ich hier dem Puristen die Möglichkeit biete, auszusteigen. Für alle jene, die es für ausreichend betrachten, dass es optovisuell schön Piff Paff macht und Charlize Theron so etwas wie die Aunty Entity 2.0 gibt, kann die Reise weitergehen.
Eigentlich sollte bereits nach dem dritten Teil der Endzeitsaga „Jenseits der Donnerkuppel“ (1985)  eine weitere muntere Folge gedreht werden, doch irgendwie hatte Regisseur und Drehbuchautor George Miller eine Schreibblockade, so dass sich die Entwicklung des Skriptes bis 2003 hinzog. Nun war mittlerweile ziemlich viel Wasser vor allem 2002 nach Hamburg geflossen und Günter Schabowski hatte seinen berühmten 25.000 Euro-Zettel verlesen. Danach klemmte es aber weitere elf Jahre im Gebälk. Irgendwann muss Mel Gibson dann die Lust verloren haben, noch einmal als Mad Max die Leinwand zu rocken. Ungeachtet dieser Bedauerlichkeit sollte es 2011 dann endlich, nun mit Jungdarsteller Tom Hardy, losgehen, doch kecker Weise verwandelten starke Regenfälle die australische Wüste in kohlgleiche blühende Landschaften, so dass man kurzerhand nach Namibia umdisponierte, um endlich dieses milleniumübergreifende Projekt im Kasten zu haben.
Obwohl der aktuelle Film zeitlich gesehen an die Geschehnisse der Donnerkuppel anknüpft, ist genau genommen der neue Darsteller des Max gleich mal fast zehn Jahre älter, obwohl alles, allerdings nur filmhistorisch gesehen, 30 Jahre zurückliegt. Wahnsinn! Sehen Sie noch durch? Macht nix! Max steckt immer noch in der Wüste fest, nach dem Aunty (Tina Turner) ihn verschonen ließ. Wie jeder richtige Held ist natürlich auch er Einzelkämpfer und an sozialen Kontakten nicht wirklich interessiert. Trotzdem verschlägt es ihn abermals an die Seite einer starken Frau (Charlize Theron), die einen Trupp motorisierter Amazonen mit der trefflichen Bezeichnung The Five Wifes anführt und selbst den sinnstiftenden Namen Furiosa trägt. Sie hat etwas in ihren Besitz gebracht, was einem zornigen Kerl namens Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne) gehört und ebenfalls mit diversen postapokalyptischen Kraftfahrzeugen ausgestattet ist. Er und seine bösen Kumpels wollen nicht nur ihren so wichtigen Besitz zurück, sondern sind auch sehr an den schmucken Damen interessiert. Das Ganze kommt dann wie eine Mischung aus »Alarm für Cobra 11« in der Wüste und „Rallye Paris Dakar“ daher. Natürlich mit mehr Unfällen und optisch sowie handwerklich Dekaden besser. Inhaltlich allerdings nicht viel anders als die TV-Serie. Das Gute gegen das Böse, nur dass hier mehr Frauen mitspielen. Trotzdem ein ausgemachter Herrenfilm. Erster Gang und bitte einmal nachladen.