23. Mai 2011
Viel Neues aus Cannes

Cannes hat es wieder mal geschafft, weltweit für Schlagzeilen zu sorgen. Und wieder mal war es Lars von Trier, diesmal mit flotten Sprüchen, die ihn zur "persona non Grata" beim diesjährigen Festival machten (wohlgemerkt nur 2011). Dafür umso mehr Freude über eine Palme für die beste Schauspielerin, für die sehr erleichterte Kirsten Dunst für ihre Leistung in Triers »Melancholia«, den er als Meisterwerk bezeichnet.
Aber der für das deutsche Kino wichtigste Fakt, Andreas Dresen bekam für seinen bei den Kritikern und Zuschauern bestens aufgenommenen »Halt auf freier Strecke« den Preis der Nebenreihe Un Certain Regard - ex aequo mit Kim Ki-duks »Arirang«. Der Film, der im November n unsere Kinos kommt, erzählt die zu Herzen gehende Geschichte eines Mannes, der an einem tödlichen Gehirntumor leidet und dessen Angehörigen und Familie nur wenig Zeit haben, sich von ihm zu verabschieden.
Die Goldene Palme bekam Terrence Malick für seinen Ausnahmefilm »The Tree of Life« (Foto) mit Brad Pitt, der ab 16. Juni in unseren Kinos zu sehen ist. Jurychef De Niro kommentierte die Entscheidung "Fast alle von uns fanden den Film ziemlich irre". Die Palme in Empfang nahmen seine Produzenten Bill Pohlad und Dede Gardner. Der Regisseur gilt als menschenscheu und gewann bereit 1979 mit »In der Glut des Südens« in Cannes den Regiepreis.
Kirsten Dunst übrigens kommentierte die ereignisreiche Woche mit den Worten: "Wow, was war das für eine Woche. Ich möchte Lars dafür danken, mir die Gelegenheit gegeben zu haben, derart tapfer zu sein."
Der Große Preis der Jury ging an Luc und Jean-Pierre Dardenne für »Le gamin au velo«, Nuri Bilge Ceylan erhielt den Preis für »Bir Zamanlar Anadoluda«. Bester Regisseur wurde mit seinem Actionthriller »Drive« der Däne Nicolas Winding Refn. Den Preis der Jury erhielt der französische Thriller »Polisse« von Maiwenn.
Als bester Hauptdarsteller wurde Jean Dujardin für seine Leistung in dem von Publikum und Kritik gefeierten Stummfilm »The Artist« ausgezeichnet. Der Drehbuchpreis ging an den israelischen Filmemacher Joseph Cedar für »Hearat Shulayim«, der den Film auch inszeniert hatte.