11. Mai 2011

Von Carla bis Terrence

viele, große und klangvolle Namen in Cannes
Von Carla bis Terrence
Heute wird das diesjährige Festival de Cannes, vom 11. bis 22. Mai, mit Woody Allens neuer Komödie »Midnight in Paris« eröffnet. Geplant war der große Auftritt einer der Hauptdarstellerinnen - Carla Bruni. Doch der wird wohl aus privaten oder beruflichen Gründen nicht stattfinden können. Wieder mal beeindruckt das mittlerweile unangefochten wichtigste Festival mit großen Namen und beeindruckender Vielfalt. Für besondere Spannung sorgte im Vorfeld die Aufführung von Terrence Malicks erst spät fertig gewordenen, bestens besetztem Drama »The Tree of Life« (Foto), der ab 16. Juni in unseren Kinos zu sehen ist. Gezeigt werden darüberhinaus die neuen Filme von u. a. Lars von Trier, Pedro Almodovar, Aki Kaurismäki, Nanni Moretti, Radu Mihaileanu und den Brüdern Jean-Pierre und Luc Dardenne. Aber auch zwei iranische Regisseure, Jafar Panahi und Mohammed Rasoulof, die zu fünf Jahre Haft und 20 Jahren Berufsverbot verurteilt wurden, sind vertreten und belegen einen aktuellen Anspruch. Sie zeigen mit ihren Filmen »Film Nist« (Dies ist kein Film) über einen Tag im Leben des Filmemachers Panahi, der auf seine Gerichtsverhandlung wartet und »Be Omid e Didar« (Good-bye) über eine iranische Anwältin, die das Land verlassen will, engagiertes Kino aus Iran. Mit »Halt auf freier Strecke« (AT) von Andreas Dresen ist lediglich ein deutscher Film in Cannes in der Sektion Un Certain Regard vertreten. Dresden gewann 2008 in dieser Reihe den Herzschlag-Preis für seinen Film »Wolke 9«. Der Film erzählt von Frank und Simone, die sich einen Traum erfüllt haben und mit ihren beiden Kindern in einem Reihenhäuschen am Stadtrand leben. Sie sind ein glückliches Paar, bis zu dem Tag, an dem bei Frank ein inoperabler Hirntumor diagnostiziert wird. Die Familie ist plötzlich mit dem Sterben konfrontiert. In den Hauptrollen spielen Milan Peschel, Steffi Kühnert, Ursula Werner und Otto Mellies. Bei uns im November im Kino. Dagegen hat es der österreichische Regisseur Markus Schleinzer mit seinem selbst verfassten Debütfilm »Michael« in den Wettbewerb geschafft. In dem Drama über die letzten Monate des unfreiwilligen Zusammenlebens eines Zehnjährigen mit einem 35-jährigen Mann spielen Michael Fuith und Gisela Salcher die Hauptrollen. Regisseur Schleinzer ist allerdings auch kein Unbekannter: Er ist in Österreich einer der renommiertesten Caster und zeichnet seit 15 Jahren für die Besetzung von Filmen wie »Silentium«, »Lourdes« und »Der Räuber« verantwortlich.

http://www.festival-cannes.com