8. Dezember 2010
Polanskis Triumph

Mit immerhin sechs Auszeichnungen, darunter bester Film, beste Regie und noch Ewan McGregor als bester Darsteller, wurde Roman Polanskis »Der Ghostwriter« (Foto) bei der Verleihung des Europäischen Filmpreises im estnischen Tallinn bedacht.
Als beste Schauspielerin zeichneten die mehr als 2300 Mitglieder der European Film Academy Sylvie Testud für ihre darstellerische Leistung in dem österreichischen Film »Lourdes« aus.
Der European Film Award für den besten Schnitt ging an die französisch-deutsche Koproduktion »Carlos - der Schakal«. Die israelisch-deutsch-französische Produktion »Lebanon« wurde von der Fipresci als European Discovery ausgezeichnet und mit dem Carlo Di Palma European Cinematographer Award geehrt.
Den Publikumspreis gewann »Mr. Nobody« von Jaco van Dormael. Für sein Lebenswerk wurde Bruno Ganz ausgezeichnet.
Bester Animationsfilm wurde »The Illusionist« von Sylvain Chomet, als beste Dokumentation »Nostalgia de la luz« ausgezeichnet.
Weitere Preise bekam »Der Ghostwriter«, der in Deutschland gedreht wurde, für das beste Drehbuch, die beste Musik und das beste Szenenbild.
Inwieweit der Preissegen mehr Solidaritätsbekundung der rund 2300 Akademiemitglieder war - immerhin ging es um ein altes Sexualdelikt, das auch innerhalb der Akademie nicht unumstritten ist - oder eine Auszeichnung für die aktuellen Referenzen dank Blair- und kriegskritischer Untertöne war, die den Film weit über das reine Genreformat und den herrschenden Mainstream heben, ist eine spannende Frage.