29. April 2010
Sächsischer Film in Cannes neben Iñárritu, Kitano und Leigh

Das Programm für das diesjährige Festival de Cannes vom 12. bis 23. Mai steht zu großen Teilen. Ab 5. Mai sollen "detaillierte Informationen" verfügbar seien.
Unter den derzeit gelisteten Filmen für den Wettbewerb befindet sich auch die internationale Koproduktion »Du, mein Glück« von Sergej Loznitsa, die u. a. von der Leipziger Produktionsfirma ma.ja.de koproduziert und von der Mitteldeutschen Medienförderung gefördert wird.
Sergej Loznitsa, einer der bekanntesten russischen Dokumentarfilmer, »Polustanok« gewann u. a. 2000 beim Leipzig DOK Festival einen Preis, erzählt die Geschichte des Fernfahrers Georgi, der auf seiner Reise durch das Land in eine Spirale der Gewalt und Willkür gerät und schließlich selbst zum Verbrecher wird - eine düstere Parabel auf die Zustände im heutigen Russland.
Und noch ein Film, der von der MDM unterstützt wurde läuft im Wettbewerb. Die internationale Koproduktion »Tender Son - The Frankenstein Project« des ungarischen Regisseur Kornél Mundruczó, derdamit zum dritten Mal beim wichtigsten Filmfestival vertreten ist. »Johanna« (Un Certain Regard 2005) und dem ebenfalls MDM geförderten Film »Delta« (Wettbewerb 2008, FIPRESCI-Preisträger).
Inspiriert von Mary Shelleys klassischem Schauerroman »Frankenstein« erzählt Mundruczó im Budapest der Gegenwart die Geschichte des siebzehnjährigen Rudi, der nach Jahren im Heim davonläuft, um seine Mutter zu finden. Die wenig herzliche Reaktion seiner Mutter macht seine Hoffnung auf Zuneigung und Geborgenheit jedoch zunichte, und ein schrecklicher Unfall bringt eine Abfolge unglückseliger Schicksalsschläge ins Rollen.
Erwartungsgemäß sind im Wettbewerb erneut viele asiatische und lateinamerikanische Beiträge. Um die Goldene Palme konkurrieren weiterhin González Iñárritus »Biutiful«, Abbas Kiarostamis »Copie conforme«, Mike Leighs »Another Year«, Lee Chang-dongs »Poetry«, Rachid Boucharebs »Hors-la-loi«, Doug Limans »Fair Game«, Im Sang-soos »The Housemaid«, Takeshi Kitanos »Autoreiji«, Daniele Luchettis »La nostra vita«, Nikita Michalkows »Utomlyonnye solntsem 2«, Mahamat-Saleh Harouns »Un homme qui crie«.
Mit deutscher Beteiligung entstanden auch Mathieu Almarics »Tournée« und Apichatpong Weerasethakuls »Loong Boonmee Raleuk Chaat«.
Den Auftakt bildet Ridley Scotts Eröffnungsfilm »Robin Hood« (Foto), vermutlich eine Verlegenheitslösung (außer Konkurrenz, bei uns im Kino bereits ab 13. Mai). Auch außer Konkurrenz laufen Oliver Stones »Wall Street - Geld schläft nicht« (bei uns ab September), Woody Allens »You Will Meet a Tall Dark Stranger« und Stephen Frears »Tamara Drewe«.
Sondervorführung wird es geben mit »Over Your Cities Grass Will Grow« von Sophie Fiennes, »Nostalgie de la lumière« von Patricio Guzmán und »Abel« von Diego Luna.