28. April 2010

Leonardo doch der Böse

Clint Eastwood plant Hoover-Bio mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle
Leonardo doch der Böse
Clint Eastwood kann es nicht lassen. Aktuell noch mit seinem übernatürlichen Thriller »Hereafter« beschäftigt, der gerade für Cannes im Gespräch ist, hat er bereits das nächste Regieprojekt in Aussicht. Der bald 80-jährige Filmemacher interessiert sich für einen Film über den berühmt-berüchtigten Direktor des FBI, J. Edgar Hoover, aus der Feder von Dustin Lance Black. Black hatte in seinem Oscar-prämierten Drehbuch zu "Milk " bereits einen Politiker porträtiert. Jetzt wurde ein wichtiges Details zu Besetzung bekannt. Leonardo DiCaprio (Foto aus »Shutter Island«, aktuell noch im Kino zu erelben) soll die Rolle des J. Edgar Hoover übernehmen. Damit würde das Projekt zu einer ganz großen Nummer. Das Hoover-Projekt produzieren Ron Howard und Brian Grazer mit ihrer Imagine Entertainment. Ursprünglich war es bei Imagines üblichem Studiopartner Universal angesiedelt, möglicherweise übernimmt Eastwoods Stammstudio Warner. DiCaprio scheint immer noch prima im Geschäft. Derzeit hat er einen prallvollen Terminkalender: Nach »Hoover« will er für Oliver Stone vor der Kamera stehen, der sich den Krimi »Travis McGee« als nächste Regiearbeit nach »Wall Street - Geld schläft nicht« ausgesucht hat. Die Verfilmung von John D. MacDonalds 1964 erschienenen Roman »The Deep Blue Good-By«, der erste von insgesamt 21 Romanen mit dem in Florida ansässigen Titelhelden, der es sich gut gehen lässt, wenn er nicht gerade für gutes Geld gestohlenes Gut wiederbeschafft. Hoover wurde 1921 Vizedirektor des Bureau of Investigation, dem späteren Federal Bureau of Investigation (FBI) und 1924 Direktor. Die Position behielt er fast fünfzig Jahre, bis zu seinem Tod 1972. Neben der Professionalisierung der Behörde und dem Kampf gegen die organisiert Kriminalität wurde Hoover später durch sein fast religiöse Art der Kommunistenverfolgung, darunter die rigorose Unterwanderung der amerikanischen Bürgerbewegung und die massive Sammlung von Dossiers über hochrangige Politiker und Stars, darunter Frank Sinatra, Charlie Chaplin berühmt berüchtigt. Bezeichnend dafür ist der ihm zugeschriebene Ausspruch: „Mir ist egal, wer unter mir Präsident ist.“ Hoover galt als ausgesprochen konservativ und prüde und verwendete die gesammelten Informationen auch für erpresserische Zwecke. Er galt als das eigentliche Machtzentrum in den USA, auch sind bis heute Gerüchte um Netzwerke aus Mafia, FBI und konservativen Kräften nicht wiederlegbar. Über Hoovers Privatleben gab es Zeit seines Lebens Gerüchte, dass er homosexuell sei und eine heimliche Beziehung zu seinem Kollegen Clyde Tolson führe, dem er auch sein Haus hinterließ. Tatsächlich galt Hoover gar als Cross Dresser, was etliche Witze über "Edna Hoover" zur Folge hatte. Er heiratete nie und lebte bis zu seinem Tod mit seiner Mutter zusammen. Eastwoods "Invictus - Unbezwungen " läuft gerade in den deutschen Kinos, sein Thriller "Hereafter" mit Matt Damon und Cécile de France soll Ende des Jahres in den US-Kinos starten.