22. Februar 2010

Von Honig und Eiern

Berlinale großartig besucht aber mit schwierigem Wettbewerb
Von Honig und Eiern
Am 20. Februar wurden die diesjährigen Bären der Berlinale vergeben. Die Berlinale ging zum 60. Jubiläum mit einem neuen Besucherrekord zu Ende - insgesamt wurden etwa 300.000 Zuschauern gezählt. Eine tolle Leistung, die zeigt, welchen hohen Stellenwert das Festival bei den Fachbesuchern und dem heimischen Publikum hat. Leider gilt das nicht mehr für den Wettbewerb. Allgemein wurde bereits von einem schwachen Wettbewerb berichtet. So hatte die Jury unter Leitung von Werner Herzog leichtes Spiel. Der Goldene Bär der 60. Berlinale wurde den Produzenten und dem Regisseur des türkisch-deutschen Dramas »Bal« (Foto, dt.: Honig) überreicht. Der Film ist der dritte Teil seiner autobiografisch geprägten »Yusuf«-Trilogie - 2007 »Yumurta« (dt.: „Ei“) und »Süt« (2008; dt.: „Milch“. Den Großen Preis der Jury sowie den Alfred Bauer Preis bekam der rumänische Film »If I Want to Whistle, I Whistle« von Florin Serban. Der Silberne Bär für die beste Regie ging an Roman Polanski. Ein Jury-Mitglied beschrieb seinen »The Ghostwriter« als "wunderbaren Film". In Abwesenheit Polanskis nahm Produzent Robert Benmussa den Preis entgegen. Der Preis für den besten Schauspieler ging an die beiden Hauptdarsteller des russischen Dramas »How I Ended This Summer«, in dem Grigori Dobrigin und Sergei Puskepalis zwei Forscher auf einer Sation im Arktischen Meer spielen. Die psychologische Studie wurde auch für die Kameraarbeit (Silberner Bär für eine herausragende künstlerische Leistung) ausgezeichnet. Als beste Darstellerin wurde Shinobu Terajima aus dem japanischen Film »Caterpillar« geehrt. Den Silbernen Bären für das beste Drehbuch erhielt der Eröffnungsfilm »Tuan Yuan«. Durch die Gala führte erneut Anke Engelke. Werner Herzog betonte, dass die Jury bestens miteinander gearbeitet habe und ihre Entscheidungen schnell und einvernehmlich treffen konnte. Mit Cannes oder Venedig ist der Wettbewerb und der gefühlte Starpegel aber nicht mehr richtig vergleichbar.

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