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Ali G: Who Iz I?

Komödie, USA 2026

Und die Jüngeren (unter 45) fragen sich: Ali G - Wer soll das gewesen sein? Und es gab eine Zeit, in der MTV Musikvideos gezeigt hat? Im Fernsehen? Aber das, was man heute „Prank“ nennt oder „Verarsche“ im Rentnerjargon, haben keine kackigen Youtuber erfunden, sondern Menschen wie Sacha Baron Cohen, der sich Ende der 90er Jahre in ein absurdes Straßen-Gangster Outfit schwang und den jüdischen Jungen, der er ist, in einen Kauderwelsch quakenden Rastafaribruder verwandelte. Menschen auf der Straße, aber auch Prominente im Studio waren seinem Nonsens ausgeliefert und es war köstlich. 2002 kam dann auch ein Film dazu ins Kino - »Ali G in da House«, recht pubertär, aber liebevoll und der Start einer erstaunlichen Karriere. Berühmt wurde er dann mit den halb dokumentarischen Irrwitzigkeiten und Figuren namens: Bruno und Borat. Und auch der neue Ali G greift auf dieses Konzept zurück: Die vollkommen überzogene Figur des Pseudogangsters in einer fremden Umgebung (wieder einmal USA) in Interaktion mit prüden, schamhaften, überforderten, politisch überkorrekten oder ganz gegenteiligen Menschen. Grundidee dieses Meisterwerkes: Ali Gs Freundin ist schwanger und nach 20 Jahren der Faulpelzerei muss er zukünftig Verantwortung übernehmen, aber auch für Geld sorgen. Deshalb soll es nun von England in die „neue Welt“ gehen, um den alten Ruhm der 90er aufzufrischen und Erfolg aufzubauen. Und das kann ja durchaus amüsant werden - allerdings leben wir in Zeiten des Internets, wo zig Berufsempörte und Handyaktivisten den ganzen Tag nach politischer Unkorrektheit, Diskriminierung, Faschismus, dem 89sten Geschlecht und der Apokalypse suchen. Und mit Baron Cohen hat man wieder einen Übelkübel erkannt und ruft, bequem per Mail und schwitzigem TikTok, zum Boykott auf! Denn Ali G ist eben gar nicht echt und ein Stereotyp, und so was geht ja gar nicht! Baron Cohen war allerdings auch kein schwuler Deutscher Designer wie bei Bruno oder ein dümmlicher kasachischer Perversling namens Borat - auch das waren Figuren. Aber damals gab es noch keine Smartphones mit Internetflat, weshalb sich der allgemeine Protest in Grenzen hielt. Nun möchte die Cancel Culture, die es ja angeblich gar nicht gibt, also, dass Ali G keinen debilen, peinlichen Möchtegernjamaikaner darstellt. Und das ist dann sogar noch irrwitziger, als der Film sein kann.
PS: Bitte versuchen sie den Film in Originalsprache zu sehen.

Pinselbube (in da House)