Bad Apples
Maria ist eine junge, engagierte Grundschullehrerin mit ausgeprägtem Pflichtbewusstsein. In ihrer Klasse jedoch eskaliert die Lage: Der Junge Danny fällt durch aggressives, zunehmend unberechenbares Verhalten auf und entzieht sich jeder pädagogischen Bemühung. Die Schule reagiert mit Distanz, die Eltern des Jungen mit Ablehnung. Maria verzweifelt zunehmend an dieser schier unlösbaren Aufgabe. Schließlich verliert sie selbst die Kontrolle und greift zu einer drastischen Maßnahme. Aus einem Akt der Überforderung entwickelt sich eine eskalierende Dynamik aus Manipulation, Schuld und Gewalt.
Der schwedische Regisseur Jonatan Etzler gibt mit »Bad Apples« sein Langfilmdebüt und inszeniert seinen Stoff als scharf kalkulierte Mischung aus schwarzer Komödie, Drama und Thriller. Statt eines realistischen Schulporträts interessiert ihn die Zuspitzung: Was passiert, wenn ein System seine Verantwortung delegiert, bis Individuen beginnen, eigene Regeln zu setzen? Etzler hält dabei schön konsequent einen unterkühlten Ton zwischen Absurdität und latenter Bedrohung.
Im Zentrum steht die phantastische Saoirse Ronan als Maria. Wie in »The Outrun« (2024), wo sie eine Alkoholikerin spielte, interessiert sie sich auch hier für eine Figur an der Grenze zur Selbstauflösung. Maria erscheint zunächst gefasst, aber ihre Fassade bricht schrittweise auf. Ronan spielt diesen Zerfall präzise. Emotionale Ausbrüche bleiben kontrolliert und wirken dadurch um so eindringlicher.
Eddie Waller als zehnjähriger Danny kontert mit starker Gegenkraft. Zwischen Schüler und Lehrerin entsteht ein sich abgründig verschiebendes Machtgefüge, das jede eindeutige Zuordnung unterläuft. »Bad Apples« entwickelt sich so zu einer auf die Spitze getriebenen Studie über institutionelles Versagen und die schmale Grenze zwischen Ordnung und Kontrollverlust.
Grit Dora
Buch: Jess O’Kane
Regie: Jonatan Etzler
Darsteller: Saoirse Ronan, Jacob Anderson, Sean Gilder, Robert Emms, Rakie Ayola, Kerry Howard, Jaye Jacobs, Joanna van Kampen, Kirris Riviere, Dorian Simpson, Jack Ashton
Kamera: Nea Asphäll
Musik: Chris Roe
Produktion: Pulse Films
Bundesstart: 10.09.2026
Start in Dresden: 10.09.2026
FSK: ab 16 Jahren