The Chronology of Water
Lidia (Imogen Poots) wächst im Oregon der 1970er Jahre in einem von Gewalt, Alkohol und Missbrauch geprägten Umfeld auf. Die begabte Schwimmerin sucht Zuflucht im Wasser, das Schwimmen ist zugleich Fluch und Segen. Schmerz und Selbstzerstörung bestimmen Lidias Leben. Im Schreiben findet sie ein Ventil, die Möglichkeit, sich ihre Geschichte anzueignen, die Opferrolle abzulegen und ihre extremen Verletzungs- und Verlusterfahrungen produktiv zu machen.
Trotz Promi-Status und entsprechender Kontakte hatte es Superstar Kristen Stewart alles andere als leicht, Lidia Yuknavitchs teils schwer erträgliche, aber wegen ihrer Intensität als Kultbuch gefeierte Autobiografie zu verfilmen. Acht Jahre lang hat sie daran gearbeitet, experimentiert und gefeilt und schließlich eine filmische Form gefunden, die die Wucht und rohe Sinnlichkeit der Vorlage kongenial übersetzt. Stilistisch verlangt ihre unangepasste Bildsprache dem Publikum einiges ab und überzeugt mit radikaler Konsequenz. Stewart breitet in ihrem Regiedebüt keine lineare Lebensgeschichte aus, sondern setzt ganz und gar auf die subjektive Perspektive der Hauptfigur - hautnah, fragmentarisch, in starken Close Ups. »The Chronology of Water« taucht tief in die Welt von Lidia Yuknavitch ein und erzählt von ihrem ungeheuer schweren Prozess der Selbstfindung, der nicht einem konkreten Ziel, sondern dem schlichten Überleben gilt.
Imogen Poots spielt diese Tour de Force überzeugend, mit kompromissloser Härte und Zerbrechlichkeit. Ein besonderer, ein dringlicher Film. In den Nebenrollen überzeugen der große Jim Belushi, Tom Sturridge, Thora Birch und Sonic-Youth-Sängerin Kim Gordon.
Grit Dora
Buch: Kristen Stewart
Regie: Kristen Stewart
Darsteller: Lidia Yuknavitch, Thora Birch, Tom Sturridge, Jim Belushi, Earl Cave, Susannah Flood, Kim Gordon
Kamera: Corey C. Waters
Musik: Alexandra Eckhardt
Bundesstart: 05.03.2026
Start in Dresden: 12.03.2026
FSK: ab 16 Jahren