11. April 2011
Sieg der Jungen Talente

Im Gegensatz zur letztjährigen Verleihung des Deutschen Filmpreises gab es in diesem Jahr, am Freitag, dem 8. April keinen klaren Favoriten und Sieger (2010 überstrahlte »Das weiße Band« alle). Aber mit »Vincent will meer« und »Poll« gab es zwei klare Gewinner. So erhielt »Vincent will meer« den Deutschen Filmpreis in Gold, Hauptdarsteller Florian David Fitz konnte sich über die Lola für den Besten Hauptdarsteller freuen (eine deutsche Erfolgsgeschichte wie aus einem Hollywoodfilm).
»Poll« dagegen war zwar nicht für den Besten Film nominiert, da sprach die Wild Card von Anatol Nitschke dagegen, konnte sich aber über vier Lolas freuen, darunter Richy Müller (Foto) als Bester Nebendarsteller.
Der Deutsche Filmpreis in Silber ging an »Almanya - Willkommen in Deutschland« und der Deutsche Filmpreis in Bronze an »Wer wenn nicht wir«.
Insgesamt eine vorzügliche Wahl, aus dem aktuellen Schaffen wählten die 1250 Mitglieder der Akademie ausgewogen aus. Natürlich hätte »Drei« oder »Wer wenn nicht wir« auch mehr Lolas verdienen können, aber das sind Details. Dass der später per Wild Card nachnominierte »Der ganz große Traum« (damit »Poll« davon vertrieb) keine Lola bekam, spricht ebenfalls für die Akademie. Denn weder Publikumszuspruch noch der Film selbst sprachen für ihn. Aber angesichts von 250.000 Euro für den Produzenten allein für die Nominierung eine verlockende Geschichte.
Der Ehrenpreis ging an Wolfgang Kohlhaase, auch mehr als verdient, der sich mit einer prägnanten Rede aus den allgemeinen Gefühlsaufwallungen erhob.
Die Preisverleihung wurde erneut von Barbara Schöneberger im Berliner Friedrichstadtpalast routiniert moderiert.
Die Preisträger im Überblick:
Bester Spielfilm:
Deutscher Filmpreis in Gold: »Vincent will meer«
Deutscher Filmpreis in Silber: »Almanya - Willkommen in Deutschland«
Deutscher Filmpreis in Bronze: »Wer wenn nicht wir«
Bester Kinder- und Jugendfilm: »Chandani und ihr Elefant«
Bester Dokumentarfilm: »Pina«
Beste Hauptdarstellerin: Sophie Rois (»Drei«)
Bester Hauptdarsteller: Florian David Fitz (»Vincent will meer«)
Beste Nebendarstellerin: Beatriz Spelzini (»Das Lied in mir«)
Bester Nebendarsteller: Richy Müller (»Poll«)
Beste Regie: Tom Tykwer (»Drei«)
Bestes Drehbuch: Nesrin und Yasemin Samdereli (»Almanya - Willkommen in Deutschland«)
Beste Kamera/Bildgestaltung: Daniela Knapp (»Poll«)
Bester Schnitt: Mathilde Bonnefoy (»Drei«)
Bestes Szenenbild: Silke Buhr (»Poll«)
Bestes Kostümbild: Gioia Raspé (»Poll«)
Bestes Maskenbild: Kitty Kratschke, Heike Merker (»Goethe!«)
Beste Filmmusik: Matthias Klein (»Das Lied in mir«)
Beste Tongestaltung: Ansgar Frerich, Sabine Panossian, Niklas Kammertöns (»PianoMania«)
Ehrenpreis: Wolfgang Kohlhaase
http://www.deutscher-filmpreis.de/