Premiere in Anwesenheit der Regisseurin Maria Wischnewski

TRAILER

Helene Weigel

Dokumentation/Portrait, Deutschland/Österreich 2026, 102 min

Helene Weigel hat ein unglaubliches Vermächtnis hinterlassen - mit ihrem eigenen Werk und dem ihres Mannes Bertolt Brecht, der an ihr wuchs und nur mit ihr Theatergeschichte schreiben konnte. Von der „lärmendsten Schauspielerin Berlins“, die Anfang der 1920er Jahre mit explosivem Stil und rabiater Behauptungskunst zum Theaterstar der Hauptstadt aufstieg, zur Intendantin des Berliner Ensembles, die altes Kriegsgerät als Theatertechnik verbauen ließ. 
Sie war eine Macherin, die sich für nichts zu fein war. Ihr Spektrum reichte von der Handwerkerin bis zur Erneuerin des Epischen Theaters, von der Sängerin in Arbeiterkneipen bis zur Matriarchin mit Masterplan, die sich und ihr Theaterhaus gegen alle Verwerfungen der Nachkriegszeit zu wehren wusste. Für viele Menschen in der jungen DDR wurde sie zur Hoffnungsträgerin.
Der Film versucht einen Perspektivwechsel und möchte Helene Weigel jenseits der Stereotypen finden und ihr Raum geben. Man weiß heute wenig von dieser eigensinnigen „Helly“, die über ihr
bewegtes Leben selbst lieber nicht viel erzählte. Es geht auch um die bahnbrechende, künstlerisch-intellektuelle Symbiose zwischen Bertolt Brecht und Helene Weigel. Beide sahen ihre Arbeit immer unter einer politischen Prämisse: Der Film folgt ihrem Versuch, mit Theater die Welt zu verändern.
Als Helene Weigel feststellen muss, dass ihre Vision von einem besseren Miteinander auch in der DDR an Grenzen stößt, wird ihr Theater zunehmend zu einer Art anarchischem Matriarchat, eine Insel in Ost-Berlin.
Helene Weigel wird im Film zur Erzählerin ihrer eigenen Geschichte. Ihre Texte und Briefe werden von der Schauspielerin Birgit Minichmayr gelesen. Hinzu kommen verschiedene Perspektiven, Erzählungen und Schriftstücke aus dem Umfeld der Künstlerin, u.a. von Bertolt Brecht, dessen Texte und Briefe von dem Schauspieler August Diehl gelesen werden, aber auch von ihren „lebensbegleitenden“ Frauen wie u.a. Therese Giehse und Karin Michaelis. Die Briefe zeigen Helene Weigel von einer sehr persönlichen Seite. Sie stehen teilweise im Kontrast zu der Frau, die aus dem umfangreichen Archivmaterial und den Interviews als eher kühl und auch schroff bekannt ist. In ihren Jahrzehnte umfassenden Briefen an ihre Freundinnen und an Brecht ist sie nicht nur kämpferisch. Sie ist liebenswert, weich, zärtlich.