Guru
Matthieu Vasseur (Pierre Niney) arbeitet in der Energiebranche. Und er ist verdammt gut. Für ein paar positive Vibes würde er seine eigene Großmutter verticken. Matt ist fucking-go-for-it der Positiv-Held. Als angesagtester Live-Guru von Paris handelt er mit körpereigenen Dopamin. Seine Kunden zahlen gut, seine Shows sind der Renner, die Coaching-Maschine läuft wie geölt. Sein Team scannt den Saal, lässt ihn gezielt einzelne Menschen auswählen, Matt gibt ihnen dann ihre 15 Minuten Ruhm, kitzelt ein wenig ihre Traumata hervor, überkleistert alles mit Sprüchen (Das, was du willst, ist das, was du bist) und als Abschluss schenkt er allen Ticketkäufern noch eine anständige Runde Massenpsychose, Stadionvibes inklusive. Im Grunde verkauft er Dope. Und wie bei jedem Dealer, bleibt die Frage unbeantwortet; wird es ein guter Trip, wird es ein schlechter, und was passiert, wenn das Gift zu wirken beginnt, oder noch schlimmer, wenn die Leute sich den nächsten Schuss nicht mehr leisten können. Als eine Gesetzesinitiative öffentlich diskutiert wird, die auf das Suchtpotential von toxischer Positivität hinweist und die Gefahren eindämmen will, die von nicht staatlich geprüften Bühnen-Therapeuten ausgehen könnten, verspürt Matt erste Erschütterungen an seinem Imperium. In der nächsten Live-Session entlarvt er eine Journalistin, das Netz antwortet mit Hexenjagd. Besonders tut sich Julien (Anthony Bajon) hervor, der seit seinen eigenen 15 Minuten Ruhm an Matts Lippen und Fersen hängt wie fäkaler Klebstoff. Matt nutzt eine Talkshow, um mit schwammig artikulierten Gewalt-Vorwürfen gegen seinen Bruder, die eigene Popularität weiter zu pushen. Und während die Zuschauerinnen langsam merken, wie dünn Matts eigenes Zaubermäntelchen ist, das ihm durch seinen Alltag hilft, während sich Julien einen echten Guru-Schuss setzt, ereilt Matt eine Anfrage aus Las Vegas, wo sein großes Vorbild Peter Conrad echte Stadien füllt… Vorsicht, die französische 2-Millionen-Zuschauer-Achterbahnfahrt mit dem beängstigend guten Pierre Niney entwickelt eindringliches Suchtpotential.
alpa kino
Buch: Jean-Baptiste Delafon
Regie: Yann Gozlan
Darsteller: Pierre Niney, Marion Barbeau, Anthony Bajon, Holt McCallany
Kamera: Antoine Sanier
Musik: Chloé Thévenin
Bundesstart: 18.06.2026
Start in Dresden: 18.06.2026
FSK: ab 12 Jahren