NOMINIERTE: GOLDENER REITER FILMTON
Sehen wir einen Film, verführt uns zunächst das Bild. Doch seine volle Kraft entfaltet er erst im fein abgestimmten Zusammenwirken mit dem Ton – mit jener künstlerischen Disziplin, die wir Sound Design nennen. Film schreibt sich nicht nur ins Auge, sondern ebenso ins Ohr ein: Geräusche, Atmosphären und Stille formen Bedeutung, strukturieren Zeit, verdichten Emotion. Erst durch ein tonästhetisches Gesamtkonzept entsteht jene sinnliche Kohärenz, die Figuren, Räume und Objekte miteinander verbindet und Zuschauer:innen tief in filmische Welten eintauchen lässt.
Sound Design ist damit weit mehr als akustische Begleitung. Es ist erzählerische Kraft, Rhythmusgeber, Resonanzraum. Klänge schaffen Übergänge, setzen Kontrapunkte, eröffnen imaginäre Räume jenseits des Sichtbaren. Sie modellieren Nähe und Distanz, lassen Intimes hörbar und Unsichtbares spürbar werden. Nicht selten trägt der Ton die Dramaturgie – manchmal leise und unterschwellig, manchmal radikal und „sound breaking“.
Diese Arbeiten sind für den Kinosaal geschaffen, für den Raum, in dem Klang physisch erfahrbar wird. Dort sollten sie idealerweise wahrgenommen werden – und dort sichten selbstverständlich auch unsere Vorjury- und Jurymitglieder die nominierten Filme. Mit der Verleihung des Goldenen Reiter Filmton würdigt die Jury, bestehend aus Alma Weber, Eyup Kuş und Eduardo Mamede, eine herausragende künstlerische Leistung, besondere Kreativität und höchste Qualität im filmauditiven Bereich.
Beim Screening zum Preis „Goldener Reiter Filmton“, gestiftet von den Ballroom Studios, werden bis zu zehn Filme öffentlich präsentiert. Ausgewählt werden sie von einer Vorjury aus jungen Musiker:innen, die jene Wettbewerbsbeiträge bestimmt, die klanglich besonders eigenständig, innovativ und eindrucksvoll sind. Freuen Sie sich auf ein Programm, das die Ohren öffnet, Hörgewohnheiten herausfordert und zeigt, wie kraftvoll Kino klingt!
Sven Pötting
Mit freundlicher Unterstützung der Ballroom Studios