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7 Psychos

Komödie, USA/Großbritannien 2012, 111 min

Es gibt Filme, deren Geschichte ist so fantastisch, dass es fast egal ist, wer welche Rolle spielt. Dann gibt es Filme, da reichen schon die Namen des Casts aus, dass man ihn sehen will - gleichgültig, worum es gehen soll. »7 Psychos« gehört eindeutig in die zweite Kategorie. Und die Tatsache, dass es sich dabei um den zweiten Film von »Brügge sehen… und sterben?«-Regisseur Martin McDonagh handelt, überzeugt zusätzlich, dass da bestimmt etwas Sehenswertes herausgekommen ist. Und so ist es tatsächlich. Sicherlich kein Film der großen Message, eher der wilden ein- und abgedrehten Vorfälle. Und an Blut, Waffen und Hunden ist auch kein Mangel.
Die Geschichte nachzuerzählen ist nicht ganz einfach, und das meiste muss man einfach selbst sehen. Dreh- und Angelpunkt ist die Krise des Drehbuchautoren Marty (Colin Farrell), der unter einer Schreibhemmung leidet. Den originellen Titel »7 Psychos« hat er aber schon. Zur Inspiration und als Freundschaftsdienst hilft ihm Billy (Sam Rockwell), unter anderem sucht er per Zeitungsinserat nach Psychopathen. „Beruflich“ ist Billy Hundeentführer und der letzte Köter, der eigentlich Finderlohn bringen soll, erweist sich als direkter Weg ins Gangstermilieu, in dem auch die gesuchten Psychopathen nicht weit sind. Denn zufällig wurde der Shih Tzu (das ist eine Hunderasse) des unberechenbaren Charlie (Woody Harrelson) entführt. Billy und sein Dognapping-Kompagnon Hans (Christopher Walken) haben statt mit glücklichen Herrchen und Frauchen plötzlich mit unsympathischen Waffenträgern zu tun. Die Wendungen des Drehbuchs halten zahlreiche sehr komische Überraschungen und weitere Darsteller bereit, auf die man sich freuen kann, unter anderem ist Tom Waits mal wieder zu sehen, zusammen mit einem Kaninchen und einer historisch interessanten Tatsache.
Die Filmhandlung und den Film-im-Film auseinander zu halten, ist nicht immer einfach, aber auch nicht entscheidend. Eher hat man das Gefühl, dass sich hier jemand hemmungslos an den verrücktesten Ideen ausprobiert hat und es irgendwie schafft, am Ende tatsächlich eine schlüssige Geschichte erzählt zu haben. Und wer sich schon lange einen Dialog gewünscht hat, der mit der Unterhaltung von Vincent Vega und Jules Winnfield über Royal TS - mit Käse - und andere Arten von belegten Brötchen (aus »Pulp Fiction«) mithalten kann - der sollte auf keinen Fall zu spät kommen: Die erste Szene erfreut mit einem grandiosen Gespräch zwischen zwei Auftragskillern über ihre Arbeit.
Petra Wille
Petra Wille

Buch: Martin McDonagh

Regie: Martin McDonagh

Darsteller: Colin Farrell, Woody Harrelson, Christopher Walken, Sam Rockwell, Mickey Rourke

Kamera: Ben Davis

Produktion: Blueprint Pictures, CBS Films, Film4, HanWay Films, Graham Broadbent, Peter Czernin, Tessa Ross

Bundesstart: 06.12.2012

Start in Dresden: 06.12.2012

FSK: ab 16 Jahren