Attack the Block

Action/Komödie/Science-Fiction, Großbritannien 2011, 87 min

Das Böse in Gestalt eines Aliens ist schwärzer als der schwärzeste Cousin, also schon etwas, vor dem man Angst haben könnte. Anfangs allerdings sind die Jungs einer Südlondoner Gang absolut unerschrocken. Dieser Mut scheint die positive Kehrseite der Skrupellosigkeit zu sein, die im August zu den Straßenschlachten und Plünderungen in Londoner Städten führte. Doch mit solchen Gedanken ist man schon bei einer Interpretation, die der Film gar nicht vor sich herträgt. Hier wird einfach nur eine ziemlich abgefahrene Geschichte erzählt: Eine Jugendgang überfällt gerade eine Passantin, als direkt neben ihnen der erste Alien einschlägt. Weil Silvester ist, fällt der vorausgegangene Lichtstreif am Himmel nicht weiter auf. Die Jungs erledigen das Viech und brüsten sich vor Freunden mit dem Fang. Doch dann folgen viele viele weitere Exemplare der außerirdischen Lebensform, und die sind beim Aufeinandertreffen mit der menschlichen Gattung nicht so zimperlich.
Die Jungs lassen sich aber nicht einschüchtern - sie sind wild entschlossen, das wenige, was sie haben, zu verteidigen: ihren Block und alle, die darin leben. Ein buntes Arsenal an Waffen kommt da zusammen, genauso bunt wie die Truppe selbst. Fünf Jungs mit unterschiedlichen, meist migrantischen Hintergründen stellen sich einer echten Herausforderung. Neben den Aliens sind das auch Mobiltelefone ohne Guthaben, bewaffnete Drogendealer und schließlich die zuvor überfallene Frau, die verständlicherweise mehr Angst vor den Räubern hat als vor den angeblich angreifenden Kreaturen. Bis sie sie selbst zu sehen bekommt.
Natürlich steht so ein Film (übrigens von den Produzenten von „Shaun of the Dead“) in der Tradition anderer Alien- oder auch Zombiefilme. Neu ist, dass hier die Protagonisten, die sich dieser Invasion erwehren, nicht unbedingt zu den Lieblingen unserer Gesellschaft gehören. Das Zuschauen macht deswegen so viel Spaß, weil man die Jungs zwar alle etwas verkracht findet, ihnen den entschlossenen Kampf um ihre „hood“ aber zu 100% abnimmt. Dazu kommen höchst witzige Dialoge und ein stimmiger Soundtrack. Und nicht zuletzt wird die Geschichte sinnvoll zu Ende gebracht: Die Helden sind nur in ihrem Block wahre Helden.
Petra Wille