Home of the Brave

Drama, USA 2006, 106 min

Wenn ich Soldat wäre und käme aus dem Krieg nach Hause und müsste diesen Film ansehen, dann würde ich es vermutlich machen, wie etliche echte us-amerikanische Irak-Veteranen. Ich würde freiwillig zurückgehen. Keine Ahnung, wie sich das anfühlt, ein „verdammter“ Irak-Kriegsveteran zu sein, und was nun im Einzelnen jeder Tag Krieg „da draussen“ mit den verschiedenen „Jungs“ anstellt (Für den Fall, dass es jemanden interessiert, und dabei auch nur für diejenigen, die es noch nicht wussten: Ja richtig, Krieg verändert das Leben der Menschen. Nicht nur das Leben der Toten, der Zerfetzten oder der sonst irgendwie kollateral Verunglückten, Nein, der Krieg verändert auch das Leben der Überlebenden. Egal ob Krieger oder Zivilist. Dieser Film wird vermutlich für diejenigen, die das noch nicht wussten, recht unterhaltsam sein. Falls es von denen jemanden interessiert), doch sicher ist dies: Ist man zurück im Lande der Mutigen und Tapferen, dann fühlt man sich bestimmt nicht wie ein Kunde in einem schlechten Verkaufsvideo für Lebensversicherungen. Die Story ist genial einfach. Eine vage Anzahl junger Soldaten gammelt südlich von Bagdad in einem Camp rum und freut sich verständlicherweise, als von Heimkehr die Rede ist. Doch in letzter Sekunde ändert sich der Plan, sie fahren auf eine letzte (humanitäre) Mission. Medikamente verteilen. In Al Hayy geraten sie in einen Hinterhalt und werden ordentlich dezimiert, zusammengeschossen, in die Luft gesprengt und damit in ihren Grundfesten erschüttert. Einige verlieren ihr Leben, andere bloß ein paar Hände. Schnitt. Zurück in der Heimat stellen die Heimgekehrten gleichsam und doch auf sehr unterschiedliche Weise fest, dass man mit seiner Uniform nicht auch den Krieg ausziehen kann. Dabei ist nur eingetreten, was doch zu erwarten war. Schließlich zogen sie aus, das Gruseln zu lernen. Allen voran Will Marsh, der als Truppenarzt vor Ort war, als Chirurg gar, obwohl er auf den Zuschauer den Eindruck macht, als könne er kein Blut sehen. Will scheint (steif und albern murmelt der coole Samuel L. Jackson seine Sätze vor sich hin), wie die anderen auch, zu Hause angekommen, nur auf verständnislose Idioten, desinteressierte Ehepartner oder auf eine arrogante Anti-Kriegs-Jugend-Generation zu treffen. Also schraubt er die Flasche auf. Visionär verhält sich dagegen Jamal Aiken (sich selbst spielend, tut Mr. 50 Cent etwas für Verkaufszahlen), indem er seine Freundin als Geisel nimmt, weil ihm ohne irakische Bombenleger langweilig ist, und von der dümmsten Polizeitruppe der aktuellen Filmgeschichte prompt dafür erschossen wird. Tommy schaut dabei zu. Und weil er bereits im Irak zusehen musste, wie sein bester Freund erschossen wird, beschließt er, wieder dorthin zurück zu gehen. Allein die einhändige Vanessa, der Will Marsh in Al Hayy das Leben gerettet hatte, begreift langsam, eine Hand ist nicht das Leben. Frauen sind eben doch die besseren Soldaten.