Smoke

Drama, USA 1996, 108 min

Zigaretten kaufen, über sie philosophieren, ihren Wert nicht nur als Ware, sondern ein als zwischen Menschen vermittelndes Medium zu begreifen (und nie hat man das Gefühl eines Come Together jener bekannten Zigarettenmarke), und Zigaretten - nicht zuletzt - auch zu rauchen; dies könnte man für die Metapher des Filmes »Smoke« halten. Doch bei näherem Hinsehen ist der Einfall, die Hauptfigur Auggie Wren (Harvey Keitel) als Verkäufer eines Tabakwarenladens inmitten von Brooklyn anzusiedeln, nur als Startschuss zu einem ganz anderen Rennen zu verstehen. Allenfalls könnte man noch vermuten, dass es Wayne Wang und Paul Auster eine diebische Freude gemacht hat, im gesundheitsfanatischen Antinikotin-Amerika der Neunziger eine solch sympathische Hymne über den blauen Dunst zu drehen.
Nach dem Startschuss (jener netten Story über die Frage, wie man das Gewicht des Rauches einer Zigarre bestimmen könne) beginnt oben genanntes Rennen. Wobei alle Teilnehmer irgend etwas hinterherlaufen, der Schriftsteller Paul Benjamin (William Hurt) seiner Inspiration und Lebensfreude, der schwarze Junge Rashid Cole seinem verschwundenen Vater, Auggie Wren den Pornoheftchen klauenden Kids, Auggies frühere Geliebte Ruby dem Leben der gemeinsamen Tochter. Und jeder hat seine eigene Geschichte. »Smoke« erzählt sie, alle. Wobei von Anfang an die Order ausgeteilt wird: „Langsam machen - aufmerksam sein“, sich Zeit nehmen und zuhören. Mindestens eine Zigarettenlänge mehr als gewöhnlich. Ihr solltet es genauso tun.

Buch: Paul Auster

Regie: Wayne Wang

Darsteller: William Hurt, Harvey Keitel, Harold Perrineau jr., Forest Whitaker, Victor Argo, Erica Gimpel, Clarice Taylor, Malik Yoba

Kamera: Adam Holender

Musik: Rachel Portman

Bundesstart: 19.10.1995

Start in Dresden: 19.10.1995