Goal!

Drama, USA 2005, 117 min

“Ich weiß, was ihr nächsten Sommer getan habt“, prophezeit uns Regisseur Danny Cannon und legt sich den Ball zurecht. Bisher hatten wir Golf im Kino, Eiskunstlauf, Tennis, Baseball, American Football, und Boxen hatten wir immer schon (kurioserweise bekommen Boxerfilme seit über vierzig Jahren OSCARS, obwohl sich das im Kino nie wirklich jemand ansehen will).
Jetzt haben wir etwas völlig Neues: Fußball. Wir haben La Ola im Kinosaal; die schönste Nebensache der Welt erobert unsere Leinwände. Und es darf vermutet werden, dass es hierbei weniger um Inhalte als um ein bislang brach liegendes Vermarktungssegment im Fußballgeschäft geht. Schließlich stehen die FIFA, die Sportmarke adidas, und namhafte internationale Fußballclubs wie Newcastle United oder Real Madrid als Sponsoren auf dem Rasen. Da kann sich das Berner Wunder nur wundern.
Bevor Santiago Munez (Kuno Becker) entdeckt wird und zum gutbezahlten Profi beim Premiere League Club Newcastle United wird, durchläuft er alle Stationen des American Way Of Life. Aus Mexico stammend, versucht er in Los Angeles seinen Kindheitstraum von der großen Fußballkarriere und vom Weltmeistertitel nicht aus den Augen zu verlieren.
Newcastle-Scout Glenn Foy (Stephen Dilane) vermittelt der Story ein wenig Rocky-Feeling, wenn er mit unkonventionellen Trainingsmethoden versucht, den verborgenen Diamanten aus Santiago Munez herauszuschleifen. Die Krankenschwester Roz Harmison (Anna Friel, die das Drehbuch „a nice story“ nannte) bringt den Diamanten dann erst so richtig zum Funkeln. Doch der absolute Star des Films ist naturgemäß das Ballspiel selbst. Auch wenn hier und da Alan Shearer, David Beckham oder Zinedine Zedane auftauchen.
Und hier darf wieder richtig vermutet werden; schon bald wechselt Santiago Munez zu Real Madrid. Doch das sehen wir erst in Goal 2, der im nächsten Jahr in die Kinos kommt. Nach dem Film ist schließlich vor dem Film. Ob Munez seinen Traum in Goal 3 (Frühsommer 2006) wahrmacht und mit Argentinien (hat sich Mexico nicht qualifiziert?) im WM-Finale 2006 in Berlin gegen Deutschland den Titel gewinnt, bleibt abzuwarten.