Die Eisprinzessin

Drama/Komödie, USA 2005, 92 min

Irgend jemand Unselbstbewusstest meinte mal, man solle keinen Text mit ich beginnen. Ja nur deswegen habe ich aus vorgetäuschtem Anstand den Text mit dieser blöden Bemerkung in Form eines Satzes begonnen. Ja und beim Schreiben von Rezensionen nimmt sich der Rezensent eigentlich auch sowieso ganz sehr mit dem „ich“ zurück, es sei denn, er ist ein wichtiger Mensch oder total bekloppt. Beides trifft aber auf mich zu. Apropos Ich und Satz. ICH wusste es, dass uns die Filmwelt nach »Wimbledon - Spiel, Satz und… (Stangenfieber?)« nun mit weiteren Sportfilmen belästigen würde. Erst glaubte ich, es gehe um einen Dok-Film über unsere Goldkati, so mit: Wie laufe ich geil Schlittschuhe, zupfe mir dabei die Augenbrauen und versuche auf hochdeutsch zu rufen „Tschechisch-chinesisches Streichholzschächtelchen“. Aber nein, es handelt sich hier um einen amerikanischen Tussy-Film, in dem eine mitteldoofe Brünette (Michelle Trachtenberg) eine komplett doofe Eisschnitte werden möchte, statt wie Muttern es wünscht, in Harvard zu studieren, um Karriere mit leicht doofem Ansatz zu machen. Nein Casey möchte wie ihre drei eislaufenden Freundinnen werden, die, von ihrer selbstverständlichen durchtussten Doofheit mal abgesehen, recht passable Leistungen auf den nationalamerikanischen Wettbewerbs-Kunstgletscher legen. Wie es der immer wieder verblüffende Filmzufall so will, Casey bekommt natürlich ihre Chance, durch keine Geringere als Kim Catrall (die dauerrollige Sex in the City-Samantha), die hier eine in die Schublade des Vergessens geratene Eislaufmeisterin gibt. Naja, letztlich wartet man 92 Minuten vergebens darauf, dass Freddy Krueger kommt und dem unnützen Treiben ein Ende bereitet. Aber seit 89 gilt: Keine Gewalt! Oder? Na wenigstens hätte Moby Dick ökologisch wertvoll mal durchs Turniereis stoßen können.
Ray van Zeschau