Die letzte Nacht des Boris Gruschenko

Komödie, USA 1974, 85 min

Einem frühen Werk des unkopierbaren Multitalentes Woody Allen, der für zahllose Filme vor der Kamera stand, das Drehbuch schrieb oder Regie führte - häufig sogar alle drei Funktionen gleichzeitig ausführte - gilt die Aufmerksamkeit der Schauburg-Filmkunst-Matinee im Juni.
Man schreibt das Jahr 1812: Im russischen Kerker wartet der gutmütige wie ängstliche Tollpatsch und Napoleon-Attentäter Boris Gruschenko (Woody Allen) eine letzte Nacht auf seine Hinrichtung. Dabei war die Liebe seiner Cousine Sonja (Diane Keaton) das einzige, was der unfreiwillige Held in seinem Leben wirklich wollte. Zunächst versagt, begrub er seinen Kummer in der Schlacht gegen Napoleon, um schließlich doch die Zuneigung seiner inzwischen verwitweten Verwandten zu erringen. Wie soll er ahnen, dass Sonja ihn mit entwaffnendem Patriotismus nur kurze Zeit später zu einem unglückseligen Attentat anstiften wird?
„Man darf sich den Tod nicht als das Ende vorstellen, vielmehr muss man ihn als eine wirksame Möglichkeit betrachten, weniger Geld auszugeben“, wird sich Boris schließlich trösten. Mit solch brillanten Pointen, Slapstickeinlagen und liebevollen Parodien auf Tolstoij, Dostojewskij, Tschechow und Eisenstein inszeniert Woody Allen ein satirisches Bild vom alten „Mütterchen Russland“, das zu einem der größten Kinoerfolge des Regisseurs gehört.