Frau Winkler verlässt das Haus

Tragikomödie, Deutschland 2026

Die fleißige deutsche Regisseurin Doris Dörrie (»Männer«, »Freibad«) hat schon oft zum richtigen Zeitpunkt ihre Geschichten auf die Leinwände gebracht. Das Thema KI und die damit einhergehende Entmenschlichung ist in aller Munde, und da erscheint ihr Buddy-Movie »Frau Winkler verlässt das Haus« über eine Rentnerin und ihren Pflegeroboter genau zur richtigen Zeit. Frau Winkler (Angela Winkler) ist nach einem Sturz zu einem Pflegefall geworden und damit auch zu einer Belastung für ihre Familie. Als ihre Tochter Emi (Laura Tonke) ein Theaterengagement in einer anderen Stadt erhält, besorgt sie für ihre Mutter einen Pflegeroboter, der sich um sie kümmert, ihre Vitalzeichen überprüft und auch für Unterhaltung sorgen soll. Nach anfänglichem Zögern lässt Frau Winkler sich auf den neuen Begleiter ein, auch wenn dieser ebenso ihr Leben beenden darf, falls ihre Werte zu schlecht werden. Mit viel Humor, der dabei aber nie den Blick für das Wahrhaftige dahinter verliert, erzählt Dörrie nach einem eigenen Drehbuch die Geschichte. Die Lebenslust der titelgebenden Frau Winkler, gespielt von der gleichnamigen Schauspielerin Angela Winkler (»Die verlorene Ehre der Katharina Blum«, »Suspiria«) entfaltet sich erst, als sie Freundschaft mit einem Roboter, einer KI, schließt. Damit leistet die Regisseurin ihren augenzwinkernden Beitrag zur aktuellen Debatte, ob KI menschliches Zusammensein ersetzen kann. Vor allem aber bietet der Film den Darstellerinnen eine Bühne, sich auszutoben: Sei es Angela Winkler selbst oder Laura Tonke als Tochter. Zoë Baier (»22 Bahnen«) und Via Jikeli überzeugen als Enkelinnen. »Frau Winkler verlässt das Haus« ist im besten Sinne eine Tragikomödie, die sowohl ernste Themen als auch Missstände anzusprechen weiß, aber gleichzeitig wunderbar unterhalten kann.
Doreen

Regie: Doris Dörrie

Darsteller: Angela Winkler, Laura Tonke, Josef Ellers, Via Jikeli, Eugene Boateng, Zoë Baier

Bundesstart: 01.10.2026

Start in Dresden: 01.10.2026