TRAILER

Der Heimatlose

Drama, Deutschland 2025, 122 min

Als »Der Heimatlose« in seine Heimat - eine kleine Insel an der deutschen Küste - zurückkehrt, weht ein kalter Wind und statt willkommen geheißen zu werden, behauptet das gesamte Dorf, dass sie Hein (Paul Boche), den titelgebenden Heimatlosen, nicht kennen. Der Auftakt von Kai Stänickes Langfilmdebüt stürzt das Publikum sofort in ein Gefühl der Verlorenheit. Was ist passiert und kann es wirklich sein, dass ein ganzes Dorf jemanden vergessen hat? Nach einem eigenen Drehbuch erzählt er die Geschichte von Hein durch neue Begegnungen, Erinnerungen und vor allem durch einen Prozess, der abstimmen soll, ob Hein wirklich einer der ihren ist. Bei diesen wird nicht nur seine Schwester Heide (Stephanie Amarell) befragt, sondern auch seine damaligen zwei besten Freunde Greta (Emilia Schüle) sowie sein bester Freund Friedemann (Philip Froissant), für den er vor allem zurückgekehrt ist. Die Häuser, in die sich die Menschen dauernd zurückziehen, sind dabei im »Dogville«-Stil gehaltene Szenerie. Rahmen, Böden und vereinzelte Details schaffen kulissenartige Plätze, an denen aber nie bühnenhaft oder verkünstelt gespielt wird. Das Ganze wurde in der Abgeschiedenheit der Insel so realisiert, dass der Film etwas Zeitloses besitzt, auch die Sprache und die Kleidung referieren nicht auf eine bestimmte Zeit und zeigen so klar, dass die Geschichte jederzeit passieren könnte, trotz seiner eindeutigen Referenzen an das letzte Jahrhundert. »Der Heimatlose« ist ein melancholisches Drama über Themen wie Heimat, Familie, Zusammenhalt, aber auch verpasste Chancen und zeigt dort seinen wahren Kern: Eine zarte, queere Liebesgeschichte in einer rauen Umgebung, die keinen Zuschauenden unberührt lässt.
Doreen