Resurrection
In einer nahen Zukunft haben die Menschen ihre Fähigkeit zu träumen zugunsten des ewigen Lebens aufgegeben. Ein einziges Wesen, halb menschlich, halb Roboter ist noch in der Lage zu träumen, klammert sich an Traumbildern und Visionen fest. Eine Frau reist in die dystopische Zukunft, versucht das Wesen zu reparieren und die Wahrheit aufzudecken. Dabei konfrontiert sie es mit Episoden aus der chinesischen Geschichte. Sie entwickelt eine tiefe Bindung zu dem jungen Namenlosen und steht schließlich vor einer Entscheidung: Soll sie in die reale Welt zurückkehren - oder bei diesem letzten Träumer bleiben?
Der erst 35-jährige chinesische Regisseur und Drehbuchautor Bi Gan (»Long Day's Journey Into Night«) erzählt in »Resurrection« nicht nur fantastische Stories voller überbordender Einfälle, er verknüpft souverän verschiedene Phasen der chinesischen Geschichte und zitiert gleichzeitig ganz unterschiedliche stilistische Versatzstücke aus 100 Jahren Filmgeschichte, vom expressionistischen Stummfilm über den klassischen Film Noir bis zu 1970er Jahre Bandit-Movies. Vampirismus findet auch statt. Technisch brillant, mit teils souveräner Verachtung der Narrative, erzeugt er spektakuläre, ausschließlich für die große Leinwand komponierte Bilder. Sein Film ist eine sechsteilige Verneigung vor dem Kino und ein Plädoyer für Träume, ein wilder, bandbreitiger Genre-Mix, der dem Publikum in seinen 155 Minuten sehr vieles bietet und einiges abverlangt. »Resurrection« fasziniert, ist aber sperrig. Kein Erzählkino, vielmehr ein filmisches Experiment voller Überraschungen, eine „Traum“-Reise zu den Quellen des Kinos.
Grit Dora
Buch: Bi Gan
Regie: Bi Gan
Darsteller: Jackson Yee, Shu Qi, Mark Chao, Gengxi Li, Jue Huang, Yongzhong Chen
Kamera: Jingsong Dong
Musik: M83
Bundesstart:
Start in Dresden: 25.06.2026
FSK: ab 16 Jahren