Obsession - Du sollst mich lieben
Weil das Team vom Kinokalender es so wollte, musste ich mir wieder einmal einen Horrorfilm ansehen. Etwas, das ich hasse. Und puh, »Obsession« hat es in sich. Der nachhaltigste Horror ist eben nicht die crazy Gestalt aus dem Nebel, sondern das Angsteinflößende, das einem ganz nah ist. Das muss auch Bear (Michael Johnston) lernen. Er ist ein unscheinbarer Typ, zuverlässig und ein bisschen zu nett. Seit seiner Kindheit ist er in Nikki (Inde Navarrette) verliebt, doch für sie bleibt er der gute Freund. Bis Bear eines Tages auf einen mysteriösen Gegenstand stößt: einen sogenannten „One-Wish-Willow“. Einmal zerbrechen - und jeder Wunsch wird wahr. Klingt nach einer ziemlich schlechten Idee? Ist es auch! Bear wünscht sich Nikkis Liebe. Und bekommt sie. Sie liebt ihn „mehr als alles andere auf der Welt“. Endlich scheint alles so zu laufen, wie Bear es sich immer vorgestellt hat. Doch was als Traum beginnt, kippt schnell. Nikkis Gefühle werden intensiver, fordernder und unkontrollierbar. Aus Nähe wird Abhängigkeit, aus Zuneigung Besessenheit. Sie weicht ihm nicht mehr von der Seite - und langsam wird Bear und seinem Umfeld klar: Diese Liebe ist nicht echt. Im Gegenteil, sie könnte lebensbedrohlich sein …
Regisseur Curry Barker, der sich bisher mit Online-Sketchen einen Namen gemacht hat, liefert hier ein glänzendes Spielfilmdebüt ab - und setzt dabei auf eine simple, aber ziemlich effektive Frage: Was passiert, wenn man Liebe erzwingt? Heraus kommt ein Thriller, der mit reichlich schwarzem Humor wie eine Anti-Tinder-Werbung wirkt und das Daten zum blanken Horror werden lässt.
Viktoria Franke
Buch: Curry Barker
Regie: Curry Barker
Darsteller: Michael Johnston, Inde Navarrette, Cooper Tomlinson, Megan Lawless, Andy Richter
Kamera: Taylor Clemons
Musik: Rock Burwell
Bundesstart: 25.06.2026
Start in Dresden: 25.06.2026
FSK: ab 12 Jahren