Gepellte Haut
Leonie Krippendorff nimmt uns mit auf eine Reise, die eigentlich nach Freiheit klingt, aber schnell in den Albtraum kippt. Vier Berliner Freunde packen ihre Koffer und verschwinden für den Sommer nach Griechenland. Das Ziel? All den Ballast abstreifen: Erwartungen, Routinen, Grenzen und die vermaledeiten Smartphones. Ein utopisches Experiment: offene Beziehungen, radikale Ehrlichkeit, ein Leben ohne Filter. Die Kamera von Lotta Kilian fängt diese Suche nach Leichtigkeit in warmen, vibrierenden Bildern ein, die aber eine unterschwellige Fragilität tragen. Doch während die Gruppe immer tiefer in ihre selbstgebaute Freiheit eintaucht, rücken die realen Gefahren näher. Die Waldbrände, die sich um ihr Camp ausbreiten, wirken wie ein Spiegel ihrer inneren Brüche. Die Hitze steigt, die Ideale geraten ins Wanken, und plötzlich wird klar: Man kann nicht alles einfach abstreifen wie eine zweite Haut. Zwischen Sommerglut, Selbstentblößung und drohender Katastrophe erzählt der Film von der Sehnsucht nach einem Leben ohne Grenzen. Aber auch davon, wie schnell sich diese Sehnsucht an der Wirklichkeit verbrennt. Aber mal ehrlich… Digital Detox klingt zwar ganz nice, aber auch nur, bis man merkt, dass man ohne Handy nicht mal weiß, wohin man vor einem Waldbrand rennen soll. In der DDR hätte es, dank Orientierungslauf, solche Probleme nicht gegeben. Eieiei.
José
Buch: Leonie Krippendorff
Regie: Leonie Krippendorff
Darsteller: Jella Haase, Lena Urzendowski, Joshua Hupfauer
Kamera: Lotta Kilian
Musik: Jens Quandt
Produktion: jusbrige Entertainment
Bundesstart:
Start in Dresden:
FSK: ab 16 Jahren