Die Blutgräfin

Drama/Komödie, Österreich/Luxemburg/Deutschland 2026, 119 min

Sie ist zurück - und Wien hat ein Problem. Jahrhunderte nach ihrem Verschwinden steigt Erzsébet Báthory, die Blutgräfin, aus der Unterwelt empor. Gemeinsam mit ihrer Zofe Hermine macht sie sich auf die Suche nach dem roten Lebenssaft, der Geschichte ihrer Ahnen und einem geheimnisvollen Buch, das ihr Vampirreich bedroht. Hinter ihnen her: der vegetarische Neffe der Gräfin, sein Psychotherapeut, zwei Vampirologen und ein Polizeiinspektor. Eine ziemlich absurde Gesellschaft - und genau das richtige Personal für Ulrike Ottinger. Die Filmemacherin, Fotografin und Künstlerin gehört zu den eigenwilligsten Stimmen des deutschen Kinos. Schon in »Madame X - Eine absolute Herrscherin« und »Bildnis einer Trinkerin« entwickelte sie ihre ganz eigene Mischung aus Feminismus, Queerness, Camp und radikaler Lust an der Verwandlung. Heuer nimmt sie sich den Vampirmythos vor und schickt ihre Figuren auf eine groteske Schnitzeljagd durch Wien. Isabelle Huppert verkörpert die Blutgräfin mit kühler Grandezza und einer Lust an der Übertreibung, die perfekt zu Ottingers künstlicher, barocker Welt passt. Birgit Minichmayr gibt ihr als Zofe Hermine eine wunderbar widerborstige Begleiterin. Hochkaräter auch in den Nebenrollen: Thomas Schubert als vegetarischer Vampir, Lars Eidinger als sein Therapeut, Karl Markovics als Polizeiinspektor, dazu André Jung, Marco Lorenzini, Conchita Wurst, Burghart Klaußner und Christine Urspruch. Ein Ensemble, das Ottingers Spiel mit Genre, Geschlecht und großer Geste sichtlich genießt. Die Dialoge entstanden unter Mitwirkung von Elfriede Jelinek. »Die Blutgräfin« ist Vampirfilm, Komödie und groteskes Wien-Panorama zugleich - morbide, opulent und ziemlich eigensinnig.
Grit Dora