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Der Vorname

Komödie, Deutschland 2018, 91 min

„Name ist Schall und Rauch“, behauptet Dr. Heinrich Faust, Titelheld in „Faust. Der Tragödie erster Teil“. Als Johann Wolfgang Goethe diese Worte im Jahr 1808 schrieb, brachte er damit zum Ausdruck, dass ein Name nichts über eine Person oder eine Sache aussagt. Diese Meinung vertrat auch William Shakespeare, der 1595 in der Tragödie „Romeo und Julia“ seine Protagonistin Julia Capulet fragen ließ: „Was ist ein Name? Was uns Rose heißt, wie es auch hieße, würde lieblich duften.“ Blättert man den Kulturkalender der Weltliteratur bis ins zweite Jahrhundert vor Christus zurück, ändert sich diese Meinung drastisch: „Nomen atque omen“, schrieb der römische Dichter Titus Maccius Plautus in seiner Komödie „Persa“. Der Volksmund machte daraus „Nomen est omen“ und meinte damit, dass ein Name sehr wohl eine Person oder eine Sache treffend kennzeichnen kann, frei nach dem Motto: Der Name ist Programm! Und so schrieb auch der deutsche Aphoristiker Wilhelm Schwöbel: „Am Vornamen der Kinder erkennt man den Geist der Eltern.“ Alle Lehrer, die den Satz „Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose“ prägten, dürften Schwöbel unumwunden zustimmen. Eine Studie der Universität Oldenburg besagt, dass Lehrer beim beliebtesten Jungennamen des Jahres 1991, nämlich Kevin, schnell einen verhaltensauffälligen Schüler aus einem kulturfernen Haushalt erwarten.
Was würden diese Lehrer, aber auch der Rest der Gesellschaft wohl sagen, wenn ein Kind im frühen 21. Jahrhundert den Namen Adolf erhielte?