verlegt auf 10.März 2019, ACHTUNG Tickets vom 09.12.2018 behalten ihre Gültigkeit!!

OLIVER POLAK

Der Endgegner

Sonderveranstaltung

Attenzione Attenzione
Am 1.Oktober erscheint mein drittes Buch „Gegen Judenhass“ im Suhrkamp Verlag.
Durch die kurzfristige Entscheidung das Buch zu schreiben, fehlt mir jetzt die Zeit, die ich für Vorbereitung meiner Live Show „Der Endgegner“ benötige. Bitte seht mir nach, dass ich die Tour auf März 2019 verschieben muss. Gekaufte Tickets bleiben weiterhin gültig und das Berlin Date bleibt. Ich verspreche euch, dass dafür alles noch geiler wird. Und vielleicht sehen wir uns vorher im Herbst auf den Lesungen in München, Frankfurt oder Zürich. Danke für euer Verständnis. Euer Endgegner

"Oliver Polak, so überzeugend und unangenehm und melancholisch wie Lenny Bruce und Louis C.K.“ DIE ZEIT
Der deutsche Humor besitzt eine Spezialität, die es etwa in den Zentren des Stand-Up-Comedy wie London und New York nicht gibt: Während man dort stets an neuen Nummern und Stand-Ups arbeitet, damit konsequent aktuell bleibt und den kreativen Prozess kontinuierlich am Laufen hält, schreibt man hierzulande ein Programm (oder lässt es sich schreiben) und geht dann damit unverändert drei bis vier Jahre auf Tournee. Eine Methode, die Oliver Polak nicht liegt: „Schon deshalb kommen meine Vorbilder nicht aus Deutschland“, sagt er; stattdessen ist er derjenige, der nicht nur Taktik und Technik, sondern auch Tonart und diesen unterschwelligen Tremor des Hochpersönlichen, den man im klassischen Stand-Up findet, nach Deutschland exportiert hat. Polak ist der deutsche Humorist ohne Scham vor sich selbst oder dem Aufdecken der selbst unangenehmsten persönlichen Dramen – wie sich etwa auch in seinen Kolumnen für 'Die Welt' immer wieder beweist, oder in dem via Audible abrufbaren Podcast „Juwelen im Morast der Langeweile“, den er gemeinsam mit Kollege Micky Beisenherz betreibt.
„Ich bin mir bei diesem ständigen Schreiben selber immer näher gekommen, schon deshalb heißt meine nächste Show 'Der Endgegener'“, berichtet Polak. „Ich lege da schon eine hohe Schlagzahl an, ständig etwas Neues zu produzieren, einfach weil mich auch immer mehr persönlich beschäftigt.“ Polak geht dabei mit Lust und Vorsatz ans Eingemachte, weil er überzeugt ist, dass sich die Tragik des Lebens oft nur mit Komik ertragen lässt. „Es geht mir nie darum zu überlegen, womit ich nun besonders provokant sein kann, sondern vielmehr darum, den Alltag so abzubilden, wie er sich nun mal darstellt.“ Was sich ja auch in vielen anderen Zusammenhängen beweist, etwa in seiner ebenfalls gemeinsam mit Micky Beisenherz produzierten Reihe „Das Lachen der anderen“, in der sie sich Stand-Ups zu Randgruppen wie MS-Kranken, Menschen mit Down-Syndrom oder HIV-Infizierte ausdenken und Polak diese sodann einem Publikum vorträgt, das ausschließlich aus der entsprechenden Randgruppe besteht. Für diese durchaus eigenwillige Betrachtung besonderer Gruppen wurden die beiden 2017 mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet – und auch Polaks andere Late-Night-TV-Show „Applaus und raus“ erhielt mit dem Grimme-Preis im vergangenen Jahr eine besondere Ehrung.
Dass er darüber mit „Ich darf das, ich bin Jude“ und „Der jüdische Patient“ zwei literarische Bestseller verfasste, dass er mit seinen Shows „Jud Süß-Sauer“, „Krankes Schwein“ und „Über Alles“ in drei Ländern vor ausverkauften Häusern spielte – all dies sind Belege dafür, wie überfällig ein neuer, bissiger, gern auch mal konfrontativer Humor in Deutschland war. Polaks eigener Anspruch ist ein beständiges Hinterfragen überholter Denkmuster, der bürgerlichen Benimmregeln und ungeschriebenen Society-Gesetze, von denen er sich als Privatperson nur vehement mit artistisch-asozial artikulierten Tabubrüchen abgrenzen kann. „Nicht umsonst gibt es im Amerikanischen den Begriff 'Comic Relief', also Erlösung. Und darum geht es mir: Ich möchte, dass sich die Menschen vor der Bühne einmal verstanden fühlen in all ihren Gegensätzen und Indifferenzen.“ Dies betreffend, hat Polak tatsächlich eine neue Ebene in den deutschen Humor gebracht: Er hilft dabei, gerade über die eigenen Unzulänglichkeiten und Peinlichkeiten zu lachen, die man sonst tunlichst von sich fern hält. Weil es sonst weh tut.
So gesehen hat Polaks Humor tatsächlich bei aller Härte der Themen und Kompromisslosigkeit der Sprache letztlich eine heilende Wirkung: Er ermöglicht es uns, über das zu lachen, was eigentlich zum Heulen wäre – und dies in der gesamten Breite und Tiefe, die das moderne Leben uns nun mal abverlangt. Denn wer ist denn unser „Endgegner“ in letzter Konsequenz? Wir selber.