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Nicht ganz koscher - Eine göttliche Komödie

Komödie, Deutschland 2022, 122 min

Am Grunde eines Brunnens muss der perfekte Ort sein, um einen Glaubenskrieg zu beenden. Mitten in der Wüste Sinai. Nach einem mehrtägigen Fußmarsch. Ohne Aussicht auf Rettung hocken der mürrische Beduine Adel (Haitham Omari) und der orthodoxe Chasside Ben (Luzer Twersky) im eiskalten Wasser und verwünschen wechselseitig ihren Gott. Ben hat sämtliche 613 Glaubensregeln versucht einzuhalten, obwohl diese nicht gemacht sind für einen Marsch durch offenes Gelände. Geschweige denn in Gesellschaft eines Moslems. Und wie geht nun die Gleichung auf? Sein entlaufenes Kamel wird Adel hier unten wohl nicht finden. Und bis zum Bauch im Wasser stehend bringt Ben den Fortbestand der jüdischen Gemeinde von Alexandria in Gefahr. Wie das alles begann? Ausgerechnet der einstmals größten, jüdischen Gemeinde in Ägypten droht die Auflösung, weil es zum Pessachfest zehn Männer braucht, um den Gottesdienst nach den Regeln zu begehen. Doch kurz vor Pessach gab es einen Todesfall. Ben, aus Brooklyn zu Gast in Jerusalem, ergriff die Chance, entkam den falschen Hochzeitsvorbereitungen seiner Familie, verpasste seinen Flieger, flog aus dem Bus und traf mitten im Nirgendwo auf Adel. Der die lebensgefährlichen Glaubensregeln des Juden nicht mit der Jahrtausende alten Überlebenstaktik eines Beduinen übereinander bringen kann. Wer in der Wüste nicht jeden Tropfen Wasser trinkt, geht an der Sauberkeit seiner Hände zugrunde und wer das zum Überleben Notwendige nicht tragen darf, weil am Schabbat Arbeit verboten ist, der stirbt reinen Herzens im Sandsturm. Oder am Grunde des besagten Brunnens…
Diese durchaus göttliche Komödie erschufen die Regisseure Stefan Sarazin und Peter Keller in verschiedenen Drehphasen zwischen 2017 und 2019 auf der Grundlage ihres Drehbuches, welches bereits 2011 mit dem deutschen Filmpreis Lola ausgezeichnet wurde. Dessen Titel »No Name Restaurant« bezieht sich auf ein Fischerboot, das mitten in der Sinai-Wüste verwittert, und welches hier, nach der Rettung von Ben und Adel, zum gemeinsamen Restaurant der Religionen ausgebaut wird. Doch bis dahin ist der Weg noch weit. Erst muss noch ein Kamel durchs Brunnenloch, ein Jude und ein Moslem müssen erst noch ins Katharinenkloster am Berg Mose, und Adel muss es bis zum Sonnenuntergang zum Pessachfest schaffen. Mit falschen Locken und an Stelle von Ben.
alpa kino