29. April 2013

Wettbewerb von Cannes ohne deutsche Filme aber mit sächsischem Beitrag

Mads Mikkelsen spielt »Michael Kohlhaas«, Leipziger Firma Rohfilm mit irakischer Koproduktion
Wettbewerb von Cannes ohne deutsche Filme aber mit sächsischem Beitrag
Die französisch-deutsche Koproduktion »Michael Kohlhaas« von Arnaud des Pallière, die von der Mitteldeutschen Medienförderung unterstützt wurde, ist im Wettbewerb des 66. Filmfestivals in Cannes (15. - 26. Mai) vertreten. Die Titelrolle ist mit dem dänischen Schauspielstar Mads Mikkelsen (Foto aus »Die Jagd«, aktuell noch im PK Ost und KIF) besetzt, in weiteren Rollen sind Bruno Ganz, David Bennent, Sergi Lopez, Dénis Lavant und David Kross zu sehen. Die Wettbewerbsfilme stehen fest: 19 Filme gehen ins Rennen um die Goldene Palme. Hervorzuheben wären dabei Roman Polanski (»La Vénus à la Fourrure«), Steven Soderbergh (»Behind the Candelabra« mit Michael Douglas und Matt Damon), Ethan und Joel Coe (»Inside Llewyn Davis« über das Leben eines Folksängers im New Yorker Greenwich Village der 60er Jahre) und der Italiener Paolo Sorrentino (»The Great Beauty«, eine Parodie auf die römische Gesellschaft). Offiziell schaffte kein deutscher Beitrag den Sprung in die Vorauswahl (ausser eben die französisch-deutsche Koproduktion »Michael Kohlhaas«). Frankreich ist mit sechs Filmen traditionell besonders gut vertreten. Die Jury des offiziellen Wettbewerbs leitet Steven Spielberg. Arnaud des Pallières und Christelle Berthevas adaptierten Heinrich von Kleists berühmte Novelle um den Pferdehändler Kohlhaas, der von einem Junker um zwei seiner Tiere gebracht wird, vor Gericht gegen seinen einflussreichen Widersacher keine Chance hat und in der Folge einen blutigen Rachefeldzug startet, der vielen Menschen das Leben kostet und andere ins Unglück stürzt. Die von der MDM unterstützte Koproduktion »My Sweet Pepper Land« von Hiner Saleem wird in der Reihe Un Certain Regard ihre Weltpremiere feiern. »My Sweet Pepper Land« erzählt die Geschichte von Baran, der sein halbes Leben in der kurdischen Widerstandsbewegung im Irak verbracht hat. Als man ihn in seinem Dorf als Helden feiert und seine Mutter ihn zur Heirat drängt, flüchtet Baran und lässt sich in ein abgelegenes Dorf versetzen. Dort muss er sich gegen den herrschenden Warlord behaupten und lernt die schöne Govend kennen, die gegen den Willen ihrer Brüder als Lehrerin in das Dorf gekommen ist. Der Film ist eine Koproduktion der Leipziger Firma Rohfilm in Koproduktion mit AGAT Films & Cie (FR) und HS Productions (IQ).