28. März 2013
Deutsche Indies organisieren sich gegen TV-Verflachung

23 unabhängige deutsche Filmverleiher, die rund 30 Prozent des deutschen Kinomarkts ausmachen, haben auf die Kürzungen des Budgets der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten für den deutschen Kinofilm reagiert.
Die Vereinigung will auf eine Schieflage in der programmatischen und inhaltlichen Entwicklung der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten aufmerksam machen und auf deren Folgen für die deutsche Filmlandschaft. Öffentlichkeit, Filmwirtschaft und Politik sollen für dieses Thema sensibilisiert und nach gemeinsamen Lösungen gesucht werden.
Die Interessensgemeinschaft „DI – Die Independents“ dazu:
„Die kulturelle Vielfalt im Filmbereich ist auf verschiedenen Gründen gefährdet.“
So werden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Filme wie »The Artist« (Foto), »Midnight in Paris« oder »Habemus Papam« aufgrund eines „selbst auferlegten Quotendrucks“ als nicht mehr tauglich für die öffentlich-rechtlichen Hauptprogramme angesehen werden. Daher fordern Die Independents eine Definition, „für welche Sendeplätze, ab welcher Uhrzeit und mit welcher Gewichtung Quote entscheidend und sinnvoll ist".
„Die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten waren in der Vergangenheit gute und verlässliche Partner der unabhängigen Verleiher. Wir wünschen uns, dass sie es auch in Zukunft bleiben, um die Vielfalt des filmischen Angebots in Deutschland zu sichern“, schließen Die Independents ihre Gründungsmitteilung.
Der Interessensgemeinschaft gehören an: Ascot Elite Filmverleih, Alamode Film, Arsenal Filmverleih, Camino Filmverleih, Capelight Pictures, Concorde Filmverleih, Constantin Film Verleih, DCM, Koch Media, Kool Filmdistribution, MFA+ Film Distribution, Majestic Filmverleih, Movienet Film, Neue Visionen Filmverleih, Pandora Film, Piffl Medien, Polyband Medien, Prokino, Senator Film Verleih, Studiocanal, Tobis Film, Wild Bunch Germany, X Verleih.
Hintergrund ist der Stopp der Degeto, der Einkaufsgesellschaft der ARD, vor über einem Jahr für den Ankauf von internationalen und nationalen Filmen und die drastische Reduzierung der Produktion von Filmen. Auch das ZDF operiert ähnlich.