14. Februar 2017

Gespräch über Popohaue

Anlässlich des zweiten Teiles von »Fifty Shades of Grey« sprach Ray van Zeschau mit der Domina Frau Consuela Fuentes zum Thema.
Gespräch über Popohaue

Anlässlich des zweiten Teiles von »Fifty Shades of Grey« sprach Ray van Zeschau mit der Domina Frau Consuela Fuentes zum Thema

Irgendwie scheint ja so jedes Jahrzehnt seinen SM-Film zu haben. In den 70ern war es »Die Geschichte der O«, die 80er hatten »9 ½ Wochen« und nun »Fifty Shades of«, fast hätte ich gesagt Dorian Gray. Wie fanden Sie als Jemand des Inner Cyrcle of BDSM diesen Film?
Frau Consuela Fuentes: Ja der Film war optisch ganz ansprechend, aber an sich nicht so mein Fall. Einfach zu unrealistisch. Schon allein, wie sie ihn kennengelernt hat und warum muss man in solch einer Geschichte auch noch unbedingt Jungfrau sein? Also ich persönlich weiß aus der Szene, dass die meisten, wie alle anderen auch, halt mit Blümchensex beginnen und erst, wenn man älter wird, seine sexuellen Prioritäten setzt. Eher selten, dass man in ganz jungen Jahren damit beginnt.

Wie erklären Sie sich den Erfolg dieses Filmes? Weil da eben doch nicht so richtig aua gemacht wird? Ich meine Jamie Dornan als Christian Grey hat ja wohl eher das Temperament eines Stoppschildes.
Frau Consuela Fuentes: Ich fand es vor allem interessant, wie viele junge Mädchen, so um die 14/15 herum, der Film angesprochen hat und kann es mir aber nicht wirklich erklären. Eventuell weil „Ana“ selbst ein junges Ding und Jungfrau ist, aber steckt man halt nicht drin.

Ja ich auch nicht, aber vielleicht stehen 14/15-jährige Mädels auf megareiche glattgeleckte Bübleins. Aber trotzdem, und auch ich frage mich, wie kommt man in dem Film darauf, sich als junge Frau im besagten Aggregatzustand mit offensichtlich null Erfahrungen auf sexuellem Gebiet von einem reichen Lackaffen sein „Spielzimmer“ zeigen zu lassen?
Frau Consuela Fuentes: Ich würde mal sagen, aus Liebe. Ich habe auch schon so einige Sachen aus Liebe getan, aber ich wäre als Jungfrau sicher schreiend davongerannt.

Ich hab mal gelesen, dass der Film in Frankreich ab 12 gezeigt wurde in einer geschnittenen Variante. Abends gab es dann aber die ungeschnittene.
Frau Consuela Fuentes: Auch lustig, ein Erotikfilm, den es in der beschnittenen und unbeschnittenen Variante gibt, wobei man in dem Film eh nicht soviel Haut sieht. Da gibt es heftigere Sexszenen bei »Sex in the City« oder in manchen Haushalten, als bei »Fifty Shades of Grey«.

Sie haben das Buch im Gegensatz zu mir ja gelesen. Geht es da mehr zur Sache als im Film?
Frau Consuela Fuentes: Ja auf jeden Fall, im Buch wird sie aufgehängt mit Nippelklammern versehen, es werden ihr Liebeskugeln eingeführt und solche Sachen, das passiert ja in dem Film überhaupt nicht. Bis auf Popohaue, bisschen würgen, unterwegs nochmal Popohaue, wenn sie ihm nicht gehorcht, passiert da nicht viel weiter Aufregendes. Hat halt mit BDSM nicht allzu viel zu tun, aber gut für die Baumärkte.

Wie wird man eigentlich eine Domina?
Frau Consuela Fuentes: Da gibt es sicher viele Bewegründe. In meinem Fall hat alles mit einem Traum angefangen und den Traum habe ich öfters geträumt.

Ich wische mir erst einmal den Schweiß von der Stirn!
Frau Consuela Fuentes: In meinem Traum hatte ich einen Mann im Kofferraum, den ich dann irgendwo nackt in der Pampa ausgesetzt habe.

...und das findet man sehr erregend, einen nacåkten Mann in der Pampa abzustellen?
Frau Consuela Fuentes: Fremde Personen halt, ja ich fand das sehr erregend, in den Kofferraum, wie so ne Entführung, nackt und halt weg. Hab ich zwar bisher noch nicht gemacht, aber würde mich schon reizen, wäre echt cool.

In dem Sinne gibt es ja dann gar keinen körperlichen Kontakt mehr und ist nur noch so ne Kopfgeschichte.
Frau Consuela Fuentes: Ja genau! Krank oder?... und mal sehen, wer mir noch alles über den Weg läuft.

Ich danke für das Gespräch und die laufende Nase.
Ray van Zeschau

http://www.fiftyshades-film.de